Was nach Russland mitnehmen: die praktische Packliste für Moskau

Den Koffer für eine Russlandreise zu packen lässt sich in sechs Blöcke aufteilen, die du keinesfalls übersehen darfst: Dokumente, Elektronik, Bargeld, Medikamente, Kleidung passend zur Jahreszeit und ein paar typisch russische Must-haves. Wenn die Reise nach Moskau geht — und das ist meistens der Fall — kannst du fast alles, was du vergisst, vor Ort problemlos nachkaufen. Aber es gibt Dinge, die du unbedingt von zu Hause mitbringen musst. Hier kommt die praktische Liste, die ich selbst benutze, mit dem, was wirklich zählt, und dem, was du dir sparen kannst.

Handy mit eSIM, roter Koffer und Reisepass auf einem Tisch, symbolisiert die Reisevorbereitung für Russland

1. Dokumente: was du auf keinen Fall vergessen darfst

Die Dokumentenmappe ist das Erste, was ich vorbereite, und das Letzte, was ich vor dem Zuklappen des Koffers nochmal kontrolliere. Wenn du einen Pullover zu Hause vergisst, kaufst du dir in Moskau einen neuen. Wenn du den Reisepass vergisst, ist die Reise vorbei.

Persönliche Dokumente

  • Reisepass mit mindestens 6 Monaten Gültigkeit ab dem Einreisedatum und ein paar leeren Seiten für Stempel.
  • Russisches Visum: Wenn du ein Visum für Russland brauchst, nimm es ausgedruckt mit (eVisum) oder bereits in den Reisepass eingeklebt (reguläres Visum). Es wird beim Boarding und an der Grenze verlangt.
  • Personalausweis: Nimmt kaum Platz weg und rettet dir den Tag, falls du den Reisepass verlierst. Ich trage ihn immer getrennt vom Pass.
  • Führerschein: Nur wenn du ein Auto mieten willst. In dem Fall lohnt es sich, auch den internationalen Führerschein dabei zu haben.

Reisedokumente

  • Flugtickets ausgedruckt oder auf dem Handy (auch die Bordkarte).
  • Reisekrankenversicherung ausgedruckt oder als PDF auf dem Handy. Sie ist Pflicht für das eVisum und das reguläre Visum, und es ist gut, sie greifbar zu haben, falls etwas passiert. Wenn du noch keine abgeschlossen hast, geht das in wenigen Minuten über die Seite zur Reiseversicherung für Russland.
  • Einladungsschreiben: Wenn du mit dem regulären Visum einreist, nimm es ausgedruckt mit. Für das eVisum brauchst du es nicht.
  • Hotel- oder Apartmentreservierung: Manchmal wird sie an der Grenze verlangt und fast immer beim Check-in. Nimm sie ausgedruckt mit oder speichere das PDF auf dem Handy. Wenn du noch keine Unterkunft hast, kannst du sie über die Seite Hotels in Russland mit ausländischer Karte buchen (Ostrovok) reservieren.
  • Zugtickets: Wenn du die russische Eisenbahn nutzt, nimm die Tickets ausgedruckt mit oder den QR-Code auf dem Handy. Für den Sapsan Moskau–Sankt Petersburg reicht der Reisepass, aber das Ticket dabeizuhaben hilft immer.

Kopien

Das wird am häufigsten vergessen — und ist das, was am meisten hilft, wenn etwas schiefgeht. Bevor du das Haus verlässt:

  • Mach Fotos vom Reisepass, vom Visum und von der Versicherung und speichere sie in der Cloud (Google Drive, Dropbox) und auf dem Handy. Sobald du in Russland einreist, fotografiere die Migrationskarte, die du an der Grenze bekommst — falls du sie verlierst.
  • Notiere die Telefonnummer deiner Botschaft oder deines Konsulats in Russland: Falls du den Reisepass verlierst, ist das der erste Anruf, den du machst.

2. Elektronik und Konnektivität

  • Handyladegerät + USB-C- / Lightning-Kabel: das Wesentliche. Einen Steckdosenadapter brauchst du nicht: in Russland sind die Steckdosen dieselben wie bei uns in Deutschland, Österreich und der Schweiz (Typ C/F, 220 V, 50 Hz). Wenn du aus dem Vereinigten Königreich oder Amerika kommst, brauchst du einen Adapter.
  • Powerbank: super nützlich für lange Sightseeing-Tage. Denk daran: Sie muss ins Handgepäck, nicht in den aufgegebenen Koffer.
  • eSIM vor der Abreise aktiviert: das empfehle ich dir dringend. So kommst du in Moskau mit funktionierenden mobilen Daten an, ohne dich durch den Stress mit einer physischen SIM-Karte zu kämpfen. Ich erkläre die Option ausführlich auf der Seite zur eSIM für Russland. Es lohnt sich außerdem, ein VPN auf dem Handy zu installieren.
  • Lokale Apps heruntergeladen: Yandex Go (Taxis), Yandex Maps (Karten — in Russland besser als Google Maps), Yandex Translate und 2GIS (sehr detaillierte Stadtpläne). Lade sie schon zu Hause herunter.
  • Fotokamera / Videokamera und Laptop: wenn du sie regelmäßig benutzt. Pass auf, was du fotografierst: Aufnahmen von Regierungsgebäuden oder militärischen Anlagen sind verboten und können dir richtig Ärger machen. In vielen Museen wird ein Aufpreis fürs Fotografieren verlangt.
  • Kopfhörer: für lange Flüge und Nachtzüge. Wenn sie kabellos sind, nimm das Ladekabel mit.

3. Bargeld und Karten

In Russland funktionieren deine europäische Visa- oder Mastercard schlicht und einfach nicht: weder im Laden, noch am Geldautomaten, noch für Online-Reservierungen innerhalb Russlands. Du musst mit Bargeld anreisen und dir eine Strategie überlegen.

Bargeld: Euro oder Dollar

Der einfachste Weg ist, Bargeld in Euro mitzunehmen und es direkt nach der Ankunft in Moskau zu wechseln. An der Grenze darfst du bis zu 10.000 US-Dollar oder den Gegenwert pro Person ohne Anmeldung einführen. Alles darüber muss am Zoll deklariert werden — wie das genau funktioniert, erkläre ich dir in der Anleitung zum Bargeld bei der Einreise nach Russland anmelden.

Ein paar praktische Hinweise:

  • Nimm Scheine zu 50 € oder 100 € in einwandfreiem Zustand mit — ohne Knicke, Risse oder Beschriftungen. Beschädigte Scheine werden in vielen Wechselstuben abgelehnt.
  • Wechsle nicht das ganze Geld am Flughafen: Der Kurs ist schlecht. Wechsle nur so viel, wie du brauchst, um ins Hotel zu kommen, und suche dann eine Bankfiliale im Zentrum (Sberbank, T-Bank und VTB haben in der Regel ordentliche Kurse).
  • Alle Details findest du im Artikel: Darf man Euros nach Russland mitnehmen? Achtung: Was das Gesetz wirklich sagt.
Rubelscheine in unterschiedlichen Werten

Karten: was funktioniert und was nicht

  • Visa, Mastercard, Amex, JCB, die außerhalb Russlands ausgestellt wurden: funktionieren NICHT. Nimm sie trotzdem mit für andere Länder während der Reise (Zwischenstopp, Rückreise), aber rechne in Moskau nicht damit.
  • Russische MIR-Karte: die langfristige Lösung, wenn du mehrere Tage bleibst oder öfter reisen wirst. Sie wird vor Ort beantragt — du brauchst ein Konto bei einer russischen Bank (T-Bank ist für Ausländer am einfachsten). Den ganzen Prozess erkläre ich im Artikel Wie man als Ausländer eine T-Bank-Karte in Russland bekommt.
  • Wenn du dir während des Aufenthalts Geld aus Europa schicken lassen musst, gibt es funktionierende Dienste — alle Optionen findest du auf der Seite Geld nach Russland senden.

Mein Tipp: Reise mit ausreichend Bargeld in Euro für die gesamte Reise plus einer Reserve an. Eine MIR-Karte lohnt sich nur, wenn du länger als eine Woche bleibst oder regelmäßig zurückkommst.

4. Medikamente und Reiseapotheke

In Russland gibt es Apotheken (аптека, apteka) an jeder Ecke, und die meisten gängigen Medikamente sind rezeptfrei erhältlich. Das Problem ist nicht die Verfügbarkeit, sondern dass die Markennamen anders heißen und die Liste der eingeschränkten Wirkstoffe (vor allem Psychopharmaka und Opiate) strenger ist als in anderen Ländern.

  • Dauermedikamente: Nimm die Menge mit, die du für die gesamte Reise brauchst, plus zwei bis drei Tage Reserve. Pack sie ins Handgepäck, in der Originalverpackung mit Beipackzettel.
  • Ärztliches Rezept auf Englisch oder Russisch übersetzt: unverzichtbar, wenn du Opiate, Beruhigungsmittel, Antidepressiva oder Psychopharmaka mitnimmst. Ohne ein übersetztes Rezept auf deinen Namen können sie am Zoll einbehalten werden.
  • Reiseapotheke: Paracetamol, Ibuprofen, Mittel gegen Durchfall, Antihistaminikum für Allergien, Pflaster, Handdesinfektionsmittel. Kleine Mengen, für den Eigenbedarf.

Wenn du mit dem eigenen Auto nach Russland einreist oder Fragen dazu hast, was man durch den Zoll mitnehmen darf (Alkohol, Tabak, Elektronik, Schmuck), empfehle ich dir den Leitfaden zum Zoll in Russland: Dort stehen alle Grenzen genau drin, damit du an der Kontrolle keine Überraschung erlebst.

5. Kleidung und Schuhe je nach Jahreszeit

Das Klima in Moskau ist kontinental: lange, sehr kalte Winter, kurze und heiße Sommer, unberechenbarer Frühling und Herbst. Hier fasse ich das Wichtigste zusammen.

Verschneiter Roter Platz in Moskau mit Touristen in Winterkleidung
Roter Platz im Winter: Lagen, Mütze, Schal und rutschfeste Stiefel sind Pflicht

Winter (Dezember bis Februar, manchmal auch März)

In Moskau schwanken die Temperaturen zwischen 0 °C und –25 °C, in einer Kältewelle kann es noch weiter runtergehen. Der Trick ist nicht, ein einziges dickes Kleidungsstück mitzunehmen, sondern Lagen, die du in geschlossenen Räumen ausziehen kannst — denn die russische Heizung läuft immer auf Maximum:

  • Mütze, die die Ohren bedeckt (die russische Schapka ist der Klassiker).
  • Dicker Schal und gefütterte Handschuhe.
  • Langer Mantel bis unters Knie, oder eine lange Daunenjacke, falls du nicht in einen russischen Mantel investieren willst. Der „elegante kurze Mantel“ ist bei –15 °C keine Option.
  • Thermo-Unterwäsche (Funktionsshirt und Leggings oder Thermohose).
  • Wasserdichte Stiefel mit dicker, rutschfester Sohle. Der schmutzige, halbgeschmolzene Schnee auf den Gehwegen ist die häufigste Falle. Urbane Sneaker sind ein Fehler.

Sommer (Juni bis August)

Im Sommer kann Moskau zwischen 15 °C und mehr als 30 °C schwanken, und Achtung: nicht alle Hotels, Restaurants oder die Metro sind klimatisiert. Die Russen sind besser auf Kälte vorbereitet als auf Hitze.

  • Leichte Kleidung aus Baumwolle oder Leinen für den Tag.
  • Etwas Langärmeliges oder einen leichten Pullover: Vormittage und Abende sind in Moskau kühl, besonders im Juni.
  • Faltbarer Regenschirm oder leichte Regenjacke: Sommergewitter kommen aus dem Nichts.
  • Bequeme Schuhe zum Laufen: Moskau ist eine Stadt der langen Distanzen, in der man viele Kilometer geht.
  • Sonnenbrille, Sonnencreme und Mütze oder Cap: Im Juli brennt die Sonne.

Frühling und Herbst

Das sind die unberechenbarsten Jahreszeiten. Innerhalb einer Woche kannst du von +20 °C auf –5 °C wechseln, mit Regen, Wind und Schneematsch (der berüchtigten slush, die alles verdreckt). Die Strategie heißt Lagen + Regenjacke + wasserfeste Schuhe:

  • Wind- oder Regenjacke.
  • T-Shirts plus Pullover oder Sweater zum Kombinieren.
  • Wasserdichte oder zumindest wasserfeste Schuhe.
  • Schal und dünne Mütze für Ende Oktober und November.
  • Regenschirm im Herbst (ohne Diskussion).

Orthodoxe Kirchen: wichtiger Hinweis

Wenn du Kirchen oder Klöster besuchen willst (und in Moskau wirst du in mehrere reingehen), beachte:

  • Frauen: Hab immer einen Schal oder ein dünnes Tuch in der Tasche, um dir Kopf und Schultern zu bedecken, falls nötig. In manchen Kirchen wird am Eingang ein Tuch gestellt, aber nicht überall.
  • Männer: Im Sommer keine sehr kurzen Hosen, wenn du wichtige Kirchen besichtigen willst.

Die meisten Kleidungsstücke lassen sich in Moskau problemlos nachkaufen (Einkaufszentren wie GUM, Aviapark oder das Outlet Village), falls du also unsicher bist, was du mitnehmen sollst, oder nicht in Winterkleidung für eine einmalige Reise investieren möchtest, kannst du die dicken Sachen auch vor Ort kaufen.

Schnellüberblick: die Mini-Checkliste für das Wesentliche

Wenn du wenig Zeit hast und nur eine Kontrollliste mit dem Allerwichtigsten brauchst:

  • Reisepass (6 Monate gültig) + Visum + Personalausweis + digitale Kopie von allem
  • Reiseversicherung abgeschlossen und griffbereit
  • Flugtickets und Unterkunftsreservierung
  • Handy + eSIM aktiviert + VPN installiert + Yandex Go und Yandex Maps heruntergeladen
  • Bargeld in Euro oder Dollar (genug für die ganze Reise plus Reserve)
  • Reiseapotheke + Dauermedikamente, mit übersetztem Rezept falls nötig
  • Kleidung im Zwiebellook je nach Jahreszeit + passende Schuhe + faltbarer Regenschirm

Häufige Fragen zum Gepäck für Russland

Wie viel Bargeld darf ich ohne Anmeldung nach Russland mitnehmen?

Bis zum Gegenwert von 10.000 US-Dollar pro Person, in Euro, Dollar oder einer anderen Währung. Alles darüber muss bei der Einreise am Zoll deklariert werden. Die Deklaration kostet nichts, aber wer sie umgeht, riskiert Strafen.

Kann ich nach der Ankunft eine russische SIM-Karte kaufen?

Theoretisch ja, aber seit 2025 ist der Prozess für Ausländer deutlich strenger geworden: Es ist eine persönliche Registrierung mit Reisepass nötig, dazu eine russische Verifizierungsnummer und bei manchen Anbietern eine russische Steuernummer. Deshalb empfehle ich, mit einer bereits aktivierten eSIM anzureisen und die lokale SIM nur zu kaufen, wenn du mehrere Wochen bleibst und sie für lokale Angelegenheiten brauchst.

Was mache ich, wenn ich den Reisepass in Russland verliere?

Zuerst zur nächsten Polizeistation gehen und eine Anzeige aufnehmen lassen. Mit der Anzeige und einer Kopie des Reisepasses geht es dann zur Botschaft oder zum Konsulat des Heimatlandes, um einen Notreiseausweis für die Rückreise zu beantragen. Genau deshalb ist es so wichtig, vor der Abreise eine digitale Kopie des Reisepasses, eine getrennte Papierkopie und die Telefonnummer des Konsulats dabeizuhaben.

Du reist nach Russland? Kläre das Wichtigste vor der Abreise

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