Wladiwostok ist das Ende (oder der Anfang) der Transsib: 9.288 km von Moskau entfernt, sieben Stunden weiter auf der Uhr und das Japanische Meer direkt vor dir. In diesem Guide erzähle ich dir alles, was du praktisch brauchst: wie du hinkommst und wieder wegkommst, ob dein eVisum reicht, wie viele Tage du einplanen solltest, was du nicht verpassen darfst (mit Karte) und wie du per Fähre nach Südkorea weiterreist, mit Infos auf dem Stand von 2026.

Wladiwostok sieht aus wie keine andere russische Stadt. Sie liegt auf Hügeln (hier sagt man Sopki) rund um eine Bucht, die Goldenes Horn heißt, wie die in Istanbul, und die Meerenge zur Russki-Insel heißt Östlicher Bosporus. Es gibt europäische Fassaden vom Anfang des 20. Jahrhunderts, beim Essen und in den Läden ein sehr asiatisches Flair und zwei riesige Brücken, die du fast von überall siehst. Ich zeige dir alles, damit du das Beste daraus machst, ob die Transsib hier endet oder hier beginnt.
Wladiwostok in einer Minute: das Wichtigste
- Wo es liegt: ganz im Südosten Russlands am Japanischen Meer, ganz nah an den Grenzen zu China und Nordkorea. Es ist die Hauptstadt der Region Primorje und seit Ende 2018 auch des Föderationskreises Ferner Osten.
- Zeitzone: UTC+10. Das sind 7 Stunden mehr als in Moskau und 8 Stunden mehr als in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Sommer, 9 im Winter.
- Visum: Mit dem russischen eVisum kannst du über Wladiwostok ein- und ausreisen (mehr dazu weiter unten).
- Wie viele Tage: In 2 bis 3 Tagen siehst du die Stadt und die Russki-Insel. Wenn du Strände und Ausflüge an der Küste willst, plan 4 oder 5 ein.
- Beste Reisezeit: August und September.
- Geld: Ausländische Visa- und Mastercard-Karten funktionieren in Russland nicht. Nimm Bargeld mit oder besorg dir eine MIR-Karte.
Gilt das russische eVisum für Wladiwostok?
Ja. Das eVisum ist sogar hier entstanden: 2017 wurde das eVisum für den Freihafen Wladiwostok eingeführt, der Vorläufer des heutigen einheitlichen eVisums. Mit dem aktuellen eVisum kannst du an diesen Punkten der Region ein- und ausreisen:
- Flughafen Wladiwostok (Knewitschi).
- Seehafen Wladiwostok, derselbe, von dem die Fähre nach Südkorea ablegt.
- Die Grenzbahnhöfe Pogranitschny (Richtung China) und Chassan (Richtung Nordkorea).
- Die Straßengrenzübergänge Poltawka und Turi Rog, Richtung China.
Seit dem 23. August 2025 darfst du mit dem eVisum bis zu 30 Tage in Russland bleiben (vorher waren es 16), und du hast 120 Tage ab Ausstellung Zeit, es zu nutzen. Es gilt aber weiterhin nur für eine Einreise. Du kannst an einem Punkt einreisen und an einem anderen ausreisen, solange beide auf der offiziellen Liste stehen (Moskau, Sankt Petersburg und fast alle großen Flughäfen tun das). In 30 Tagen schaffst du die Transsib mit mehreren Stopps; wenn du mehr Zeit oder mehrere Einreisen brauchst, nimmst du besser ein klassisches Touristenvisum mit Einladung.
Alle Voraussetzungen findest du in meiner Schritt-für-Schritt-Anleitung zum russischen eVisum, und wenn du beim Antrag lieber Hilfe hast, gibt es meinen eVisum-Service. Und denk daran, dass du für das Visum eine in Russland gültige Krankenversicherung brauchst.
Wie du nach Wladiwostok kommst
Mit dem Zug: das Ende der Transsib
Der legendäre Zug ist die Rossija (Nummer 002 von Moskau nach Wladiwostok, 001 in die Gegenrichtung). Sie fährt täglich vom Jaroslawler Bahnhof in Moskau ab und legt die 9.288 km in fast 7 Tagen zurück (rund 166 Stunden). Es gibt noch einen anderen Direktzug, der etwas schneller ist und etwa sechseinhalb Tage braucht. Als grobe Orientierung kostet die ganze Strecke ab etwa 12.000–14.000 ₽ im offenen Liegewagen (Plazkart) und ab etwa 14.000–17.000 ₽ im Viererabteil (Kupe), und im Sommer steigen die Preise deutlich. Es kommen auch Züge aus Chabarowsk (eine Nacht), Irkutsk oder Nowosibirsk an, du kannst die Reise also in Etappen machen und am Baikalsee oder in Nowosibirsk haltmachen.

Der Bahnhof von Wladiwostok ist eine kleinere Kopie des Jaroslawler Bahnhofs in Moskau, wo die Reise beginnt, und liegt mitten im Zentrum. Am Bahnsteig siehst du den berühmten Kilometerstein 9288, das Pflichtfoto zum Reiseende. Alles, was du zur Planung der Strecke brauchst, steht in meinem kompletten Transsib-Leitfaden, und wie du die Tickets vom Ausland aus kaufst, erkläre ich auf meiner Seite zu Zugtickets in Russland.
Ein Detail, das oft verwirrt: Seit 2018 stehen auf den RZD-Tickets die Ortszeiten der jeweiligen Bahnhöfe, nicht mehr die Moskauer Zeit. Zwischen Moskau und Wladiwostok springt die Uhr 7 Stunden vor, also prüf die Abfahrtszeit jeder Etappe genau.
Mit dem Flugzeug
Das ist der schnellste Weg. Von Moskau gibt es täglich Direktflüge, und der Flug dauert rund 9 Stunden. Von Sankt Petersburg gibt es in der Hochsaison Direktflüge und den Rest des Jahres Verbindungen mit Umstieg in Sibirien. Der Flughafen Wladiwostok hat außerdem Flüge in mehrere chinesische Städte wie Peking, Shanghai oder Harbin. Da Skyscanner und Co. keine Flüge nach Russland mehr anzeigen, erkläre ich dir auf meiner Seite zu Flügen nach Russland, wie du sie mit einer ausländischen Karte buchst.
Vom Flughafen ins Zentrum
Der Flughafen Knewitschi (VVO) liegt etwa 40 km vom Zentrum entfernt. Du hast drei Möglichkeiten:
- Aeroexpress: Direktzug zum Hauptbahnhof in etwa 50 Minuten. Er fährt nur wenige Male am Tag und der Fahrplan ändert sich oft, schau also vorher auf expresspk.ru nach.
- Bus 107: die günstigste Option. Er braucht etwas über eine Stunde und endet ebenfalls am Bahnhof. Er fährt tagsüber.
- Taxi: Bestell es über Yandex Go oder Maxim und lass die Fahrer stehen, die dich am Ausgang ansprechen. Rechne ab etwa 1.500 ₽. Die Optionen erkläre ich auf meiner Seite zu Transfers in Russland.
Zeitverschiebung und Jetlag
Wenn du mit dem Zug ankommst, gewöhnst du dich nach und nach an die Zeitumstellung, eine Stunde pro Tag. Wenn du aus Moskau fliegst, spürst du den Sprung um 7 Stunden auf einmal deutlich: Viele erzählen, dass sie zwei oder drei Tage gebraucht haben, um sich umzustellen. Schlaf im Flugzeug und plan für den ersten Tag nichts Anstrengendes.
Wenn du die Transsib in Wladiwostok beginnst
Hier zu starten und nach Westen zu fahren, hat einen klaren Vorteil: Jeden Tag „gewinnst“ du eine Stunde, und das verkraftet der Körper besser als die umgekehrte Richtung. Außerdem endest du in Moskau oder Sankt Petersburg, wo es viel mehr Flüge nach Hause gibt.
Es gibt drei sinnvolle Wege, um herzukommen und die Reise zu beginnen:
- Mit dem Flugzeug aus Moskau, nachdem du aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz nach Russland geflogen bist (über Istanbul, Dubai oder ein anderes Drehkreuz).
- Mit dem Flugzeug aus China, wenn du von einer Asienreise kommst. Mit deutschem, österreichischem oder Schweizer Pass hast du 30 Tage visumfreien Aufenthalt in China; ich erkläre es in diesem Artikel.
- Mit der Fähre aus Südkorea, ab Donghae (Details weiter unten).
Es gibt Busse von Wladiwostok in chinesische Grenzstädte wie Suifenhe oder Hunchun, aber sie sind für organisierte Gruppen von Russen gedacht. Für dich ist das Flugzeug die einfachste Lösung.
Wie du von Wladiwostok weiterkommst
Wenn du am Ende der Gleise angekommen bist, hast du vier Möglichkeiten weiterzureisen:
- Nach Moskau fliegen (9 Stunden) und von dort mit einem Umstieg nach Hause. Das machen fast alle. Welche Routen funktionieren, erkläre ich in Russlands Grenzen.
- Mit dem Zug am Stück nach Moskau zurück: sieben Tage ohne Unterbrechung an Bord. Genau das hat Philippe, ein Leser, gemacht, und er erzählt es in seinem Transsib-Bericht. Sein Tipp: Lass dir beim Auschecken aus jedem Hotel einen Nachweis über die Registrierung geben, denn zurück in Moskau wurde er gefragt, wo er in dieser Woche geschlafen hat. Wenn du lieber in Etappen fährst: Kira aus Deutschland ist die ganze Strecke bis Wladiwostok mit mehreren Stopps gefahren und erzählt davon in ihrem Reisebericht.
- Nach China fliegen und durch Asien weiterreisen.
- Mit der Fähre nach Südkorea übersetzen, die ungewöhnlichste Option.
Mit der Fähre von Wladiwostok nach Südkorea
Ja, nach Korea kommst du auch übers Meer. 2026 gibt es nur eine regelmäßige Linie: die Eastern Dream der Reederei DuWon Shipping zwischen Wladiwostok und Donghae an der Ostküste Koreas. Die andere Linie nach Sokcho ist seit dem 13. April 2026 ausgesetzt, ohne Datum für die Wiederaufnahme.

- Abfahrt: vom Seebahnhof in Wladiwostok, direkt neben dem Bahnhof. Im Sommer 2026 fuhr sie einmal pro Woche, mittwochs gegen Mittag, aber der Fahrplan ändert sich je nach Saison: Prüf die aktuellen Termine auf ferryvl.com, bevor du irgendetwas planst.
- Dauer: etwa 24 Stunden. In Donghae kommst du am nächsten Tag gegen Mittag an.
- Rückfahrt: Auch ab Donghae gibt es eine Abfahrt pro Woche (diesen Sommer montagnachmittags).
- Preis: ab etwa 290 $ pro Strecke in der Economy-Klasse, plus etwa 60 $ Treibstoffzuschlag und etwa 30 $ Hafengebühren. Hin und zurück ab etwa 440 $ plus Zuschläge.
- An Bord: Die Economy-Klasse besteht aus Gemeinschaftskabinen mit Tatami oder Stockbetten mit Vorhang. Es gibt ein Restaurant, aber nimm etwas zu essen mit, warme Kleidung (die Klimaanlage ist kräftig) und Tabletten gegen Seekrankheit. An Bord zahlst du nur bar, in Won oder Dollar.
- Von Donghae nach Seoul: Der Schnellzug KTX braucht etwa zweieinhalb Stunden, und der Bahnhof ist 15 Minuten vom Terminal entfernt.
Wo du das Ticket kaufst: beim Generalagenten in Wladiwostok, ferryvl.com (im Seebahnhof; die Website gibt es auch auf Englisch), in Reisebüros der Stadt oder auf der Website der Reederei, dwship.co.kr. Der Fahrplan ändert sich mit der Saison, und manchmal fährt dasselbe Schiff eine Runde, die auch Sakaiminato in Japan anläuft. Bestätige die Termine immer, bevor du den Rest der Reise festmachst.
Dokumente: Der Hafen von Wladiwostok steht auf der eVisum-Liste, du kannst Russland also mit dem eVisum auf dem Seeweg verlassen. Für Südkorea brauchen Deutsche und Österreicher für einen touristischen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen kein Visum und bis zum 31. Dezember 2026 auch keine elektronische Reisegenehmigung K-ETA, weil beide Länder zu den 22 vorübergehend befreiten Staaten gehören; die Einreisekarte musst du trotzdem ausfüllen, die es auch in elektronischer Form gibt. Mit einem anderen Pass, zum Beispiel einem Schweizer, prüf, ob du die K-ETA brauchst (sie kostet 10.000 Won, etwa 7 €, und gilt drei Jahre): Beantragen und prüfen kannst du sie auf k-eta.go.kr.
Sehenswürdigkeiten in Wladiwostok: die Karte der Highlights
Auf der Karte findest du die Orte, die du nicht verpassen solltest, nummeriert wie in der Liste unten. Rot ist das Zentrum, das du zu Fuß erkundest; blau die Russki-Insel; grün die Strände in der Umgebung. Tipp auf jeden Punkt, um zu sehen, was es ist.
● Zentrum · ● Russki-Insel · ● Umgebung
Das Zentrum zu Fuß
1. Der Bahnhof und Kilometer 9288. Fang dort an, wo der Zug hält: Das Bahnhofsgebäude vom Anfang des 20. Jahrhunderts lohnt einen Blick nach drinnen wegen seiner bemalten Decken.
2. Der Seebahnhof. Geh einmal drumherum (tagsüber kannst du auch hindurchgehen) und raus auf die Terrasse auf der anderen Seite: Von dort hast du einen schönen Blick auf den Hafen und die Goldene Brücke, und oft liegt dort das Segelschulschiff Pallada vor Anker.

3. Der zentrale Platz. Offiziell heißt er Platz der Kämpfer für die Sowjetmacht und wird von einem großen Denkmal für die Kämpfer des Bürgerkriegs beherrscht. Er liegt direkt an der Uferpromenade, und hier finden die Märkte und Feste der Stadt statt.
4. Admiral-Fokin-Straße und Millionka. Die lebendigste Fußgängerzone im Zentrum, mit Cafés und Läden, die zum Meer hinunterführt. Schau in die Innenhöfe ringsum: Sie sind das, was von Millionka übrig ist, dem alten Chinesenviertel vom Anfang des 20. Jahrhunderts, das damals für seine Opiumhöhlen und Spielhäuser berüchtigt war.
5. Arsenjew-Museum. Das Museum für die Geschichte des Fernen Ostens in der Swetlanskaja-Straße 20. Die Swetlanskaja ist die Hauptstraße und hat die schönsten historischen Gebäude der Stadt, etwa das alte Kaufhaus Kunst und Albers. Infos auf arseniev.org.
6. Uferpromenade Sportiwnaja Gawan. Die klassische Promenade: Riesenrad, Imbissstände, Spaziergänger und bei Sonnenuntergang die beste Stimmung der Stadt.
7. Museum der Festung Wladiwostok. Oberhalb der Promenade, in einer alten Küstenbatterie: Kanonen, Militärgeschichte der Stadt und schöne Blicke über die Bucht.

8. U-Boot S-56 und Zarewitsch-Bogen. An der Korabelnaja-Uferstraße kannst du das U-Boot S-56 aus dem Zweiten Weltkrieg besichtigen, das heute ein Museum ist. Gleich daneben steht der Zarewitsch-Bogen, 1891 zur Begrüßung des späteren Nikolaus II. errichtet und 2003 wieder aufgebaut. Vom Anleger nebenan fahren Boote unter den beiden Brücken hindurch; die kurze Tour dauert eine Stunde und ist die beste Art, die Russki-Brücke aus der Nähe zu sehen.

9. Die Standseilbahn. Sie fährt seit 1962 mit denselben Wagen und ist ein öffentliches Verkehrsmittel: In anderthalb Minuten überwindet sie für ein paar Rubel einen sehr steilen Hang. Sie erspart dir jede Menge Treppen.
10. Aussichtspunkt Adlernest (Orlinoje Gnesdo). Der Postkartenblick auf Wladiwostok: die Bucht, die Goldene Brücke und im Hintergrund die Russki-Brücke. Die offizielle Aussichtsplattform ist wegen Bauarbeiten geschlossen, aber etwas weiter oben, beim Fernsehturm, gibt es einen inoffiziellen Aussichtspunkt. Fahr mit der Standseilbahn hoch und geh zu Fuß weiter.
11. Goldene Brücke. Die Schrägseilbrücke über das Goldene Horn, 2012 eröffnet. Sie ist nur für Autos, aber du siehst sie vom ganzen Zentrum aus, und nachts, beleuchtet, ist sie wunderschön.
12. Zarewitsch-Uferpromenade. Eine moderne Promenade am Wasser auf der anderen Seite der Goldenen Brücke, ideal für einen ruhigen Spaziergang mit Blick auf den Hafen.
13. Nagorny-Park. Ein Park auf einer Anhöhe mit Aussichtspunkt, Bänken und ein paar Kaffeeständen. Er ist einer der wenigen gut hergerichteten Aussichtspunkte der Stadt.
14. Mariinski-Theater Primorje. Die Wladiwostoker Bühne des Mariinski-Theaters aus Sankt Petersburg, mit Oper und Ballett auf höchstem Niveau. Das Gebäude ist von außen modern und schlicht, innen enttäuscht es nicht. Programm auf prim.mariinsky.ru.
15. Tokarewski-Leuchtturm. Der Leuchtturm von 1876 am Ende einer Kieselzunge, die die Flut überspült und die Ebbe freilegt. Such dir vorher im Internet die Gezeiten für Wladiwostok heraus und zieh Schuhe an, die nass werden dürfen. Im Winter siehst du bei Sonnenschein manchmal Robben auf dem Eis. Am bequemsten fährst du mit dem Taxi hin.
Die Russki-Insel
16. Russki-Brücke. Die auf dem 2.000-Rubel-Schein: eine der längsten Schrägseilbrücken der Welt, 2012 eröffnet. Auch sie kannst du nicht zu Fuß überqueren, du fährst also mit Bus oder Taxi auf dem Weg zur Insel darüber.

17. Nowosilzewskaja-Batterie. Ein Teil der alten Festung direkt unter der Brücke: das beste Foto der Russki-Brücke von unten.
18. Primorje-Ozeanarium. Eines der größten Russlands, mit einem muschelförmigen Gebäude und einem Delfinarium. Montags ist es meist geschlossen; geöffnet ist es von 10:00 bis 20:00 Uhr, der letzte Einlass ist gegen 18:45 Uhr. Kauf dein Ticket auf der Website, primocean.ru, und meide die Wochenendvormittage.
19. Kap Tobisin. Die schönste Wanderung der Insel: Klippen, Buchten und ein ausgebauter Weg, der auch für Kinder geeignet ist. Nimm den Bus 29 an der Haltestelle „TZ Isumrud“, steig an „Mini-TEZ Kommunalnaja“ aus und rechne mit einer bis anderthalb Stunden zu Fuß. Du wirst Füchse sehen, die überhaupt keine Angst vor Menschen haben: Füttere sie nicht, es sind Wildtiere.
Die Umgebung
20. Bucht Stekljannaja (der Glasstrand). Ein Strand voller vom Meer abgeschliffener Glasstücke, Reste von Glas und Porzellan, die hier vor Jahrzehnten abgeladen wurden. Bei Sonne ist er spektakulär, bei grauem Himmel viel weniger. Am praktischsten fährst du mit dem Taxi hin.
21. Schamora. Der Lieblingsstrand der Einheimischen, mit Imbissständen und Sommerstimmung. Mit dem Bus kommst du vom Zentrum in etwa 40 Minuten hin.
Wenn du dich lieber um nichts kümmern willst, gibt es Tagesausflüge, die den Leuchtturm, die Russki-Insel und den Glasstrand kombinieren.
Was Reisende über Wladiwostok sagen
Ich habe viele Meinungen von Reisenden gelesen, die in den letzten Jahren in Wladiwostok waren. Hier die ehrliche Zusammenfassung dessen, was sie erzählen, das Gute und das weniger Gute.
Was am besten gefällt:
- Die Buchten und die Sonnenuntergänge. Viele beschreiben sie als Stadt der Sonnenuntergänge und des Windes, und manche fanden die Landschaft auf der Russki-Insel schöner als am Baikal.
- Das Essen. Superfrische Meeresfrüchte (rohe Jakobsmuscheln überraschen so manchen) und die Tschifanki, die günstigen chinesischen Lokale, die es überall gibt.
- Die Russki-Insel. Der Weg am Kap Tobisin ist das, woran sich Familien am meisten erinnern.
- Die Menschen. Mehrere Reisende erzählen, dass ihnen Einheimische geduldig und mit einem Lächeln geholfen haben, wenn sie auf der Straße nach dem Weg gefragt haben.
Was weniger gefällt:
- Die Preise, vor allem für Unterkünfte. Mehrere Reisende beklagen, dass es unter 5.000 ₽ pro Nacht fast nur Hostels gibt, und im Sommer 2026 lagen Hotels wie das Novotel bei etwa 12.000 ₽ aufwärts. Ein Einheimischer meinte, Essen und Restaurants kämen ihm teurer vor als in Moskau.
- Das Wetter. Es kann mehrmals am Tag umschlagen: Nebel, Sonne, Regen und Wind am selben Nachmittag.
- Die Steigungen. Es geht ständig Treppen rauf und runter, und manche haben ihr Programm geändert, nur um nicht noch einen Hügel hochzumüssen.
- Der Verkehr und ein paar schmutzige Strände in Stadtnähe.
Der Tipp eines Einheimischen aus Wladiwostok, der oft zurückkommt: Fahr Anfang September hin, buch deine Unterkunft sehr früh und fahr, wenn du kannst, aus der Stadt raus in den Süden von Primorje, wo die echte Natur ist.
Wann du nach Wladiwostok fahren solltest
- August und September: die beste Zeit. Im August gibt es mehr Sonnentage und bis zu 27–30 °C; der September ist mild und trocken, und das Meer ist noch warm.
- Anfang September: Achtung, dann findet das Östliche Wirtschaftsforum statt, und die Hotels sind voll und teurer.
- Mai bis Juli: Nebelzeit. Mit etwas Glück siehst du die Brücken aus dem Dunst auftauchen; ohne Glück siehst du von den Aussichtspunkten gar nichts.
- Winter: wegen Wind und Feuchtigkeit sehr kalt, mit vereisten Steigungen. Nur, wenn dich das nicht abschreckt.
- Am letzten Sonntag im September feiert die Stadt den Tag des Tigers, mit einem Umzug von Leuten, die als Amur-Tiger verkleidet sind, dem Symbol der Stadt.
Wo du in Wladiwostok übernachten solltest
Übernachte im Zentrum: Swetlanskaja-Straße, Aleutskaja-Straße, Okeanski-Prospekt und Umgebung. Schau dir vor dem Buchen die Lage auf der Karte an: Bei all den Hügeln kann eine „zentrale“ Wohnung oben an einem steilen Hang und weit weg von Bus und Bahn liegen. Die Preise sind für Russland hoch, und im Sommer ist das Angebot knapp, also buch früh. Die großen westlichen Buchungsplattformen funktionieren in Russland nicht; wie du mit einer ausländischen Karte buchst, erkläre ich in meinem Guide zum Buchen von Hotels und Apartments in Russland.
Unterwegs, bezahlen und Internet
- Bus: das wichtigste Verkehrsmittel. Du zahlst beim Aussteigen an der Vordertür, bar oder mit russischer Karte.
- Taxi: per App (Yandex Go oder Maxim). Es ist günstig und bei so vielen Hügeln sehr praktisch, auch wenn zur Rushhour Stau ist.
- E-Scooter: gibt es in der ganzen Stadt zum Ausleihen.
- Bezahlen: Bargeld in Rubel oder eine MIR-Karte für Ausländer, die in Geschäften, Taxis und öffentlichen Verkehrsmitteln funktioniert.
- Internet: Am einfachsten installierst du vor der Abreise eine eSIM für Russland.
Was du in Wladiwostok essen solltest
Hierher kommt man wegen der Meeresfrüchte: Jakobsmuscheln (roh oder gegrillt), Seeigel, Königskrabbe und Fisch aus dem Japanischen Meer. Weil Asien so nah ist, gibt es jede Menge chinesische, koreanische und japanische Restaurants, und auf der Straße wird Pjanse verkauft, ein gedämpftes koreanisches Brötchen mit Fleisch- und Kohlfüllung. Als Mitbringsel ist der Klassiker die Schokolade der örtlichen Fabrik Primorski Konditer, mit Algen oder Jakobsmuschel: Klingt seltsam, kommt aber gut an.
Wenn du dich fragst, ob gerade ein guter Zeitpunkt für eine Russlandreise ist, erkläre ich das in Ruhe in Russland reisen jetzt. Und wenn du noch Fragen zu Wladiwostok oder zur Transsib hast, schreib mir.
Häufige Fragen zu Wladiwostok
Kann ich mit dem eVisum über Wladiwostok einreisen?
Ja. Der Flughafen, der Seehafen, die Grenzbahnhöfe Pogranitschny und Chassan und die Straßenübergänge Poltawka und Turi Rog stehen auf der Liste des einheitlichen eVisums. Es gilt für eine Einreise, erlaubt bis zu 30 Tage Aufenthalt, und du kannst über jeden anderen Punkt der Liste ausreisen.
Wie groß ist die Zeitverschiebung zwischen Wladiwostok und Moskau?
Wladiwostok liegt in UTC+10: 7 Stunden mehr als in Moskau und 8 Stunden mehr als in Deutschland im Sommer, 9 im Winter. Auf russischen Zugtickets steht die Ortszeit des jeweiligen Bahnhofs.
Wie lange fährt der Zug von Moskau nach Wladiwostok?
Die Rossija legt die 9.288 km der Transsib in fast 7 Tagen zurück (rund 166 Stunden); ein anderer Direktzug ist etwas schneller und braucht etwa sechseinhalb Tage. Mit dem Flugzeug dauert der Direktflug rund 9 Stunden.
Gibt es eine Fähre von Wladiwostok nach Südkorea?
Ja. Die Eastern Dream verbindet Wladiwostok mit Donghae in etwa 24 Stunden, meist mit einer Abfahrt pro Woche. Die Economy-Klasse kostet ab etwa 290 Dollar pro Strecke plus Zuschläge. Die Linie nach Sokcho ist seit April 2026 ausgesetzt.
Wie viele Tage brauche ich für Wladiwostok?
In 2 bis 3 Tagen siehst du das Zentrum, die Aussichtspunkte, den Tokarewski-Leuchtturm und die Russki-Insel. Wenn du Strände und Ausflüge an der Küste von Primorje willst, plan 4 oder 5 ein.
Wie komme ich vom Flughafen Wladiwostok ins Zentrum?
Mit dem Aeroexpress zum Bahnhof (etwa 50 Minuten, nur wenige Fahrten am Tag), mit dem Bus 107 (etwas über eine Stunde) oder mit einem per App bestellten Taxi ab etwa 1.500 Rubel.
Wann ist die beste Reisezeit für Wladiwostok?
August und September. Von Mai bis Juli gibt es viel Nebel, und der Winter ist kalt und windig. Anfang September findet das Östliche Wirtschaftsforum statt, und die Hotels sind voll.






