Ismailowo-Kreml in Moskau: Souvenirmarkt, Stalins Bunker und Zarenanwesen

Der Ismailowo-Kreml im Nordosten Moskaus ist nicht der Kreml von den Postkarten: Es ist eine spektakuläre Nachbildung, zwischen 1998 und 2017 erbaut, die sich zum fotogensten Kultur- und Marktkomplex der Stadt entwickelt hat. Drumherum findest du den größten Souvenirmarkt Moskaus und nur wenige Gehminuten entfernt zwei Juwelen, die dem schnellen Tourismus entgehen: Stalins geheimer Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg und das Anwesen der Romanow-Zaren auf einer Insel in einem Teich. In diesem Guide erzähle ich dir, was es zu sehen gibt, wie du hinkommst, Öffnungszeiten und Preise.

Eingang zum Ismailowo-Kreml

Der Bezirk Ismailowo: von den Zaren bis zur Sowjetzeit an einem einzigen Nachmittag

Der Bezirk Ismailowo (oder Izmaylovo) liegt im Nordosten Moskaus und vereint in einem Umkreis von einem Kilometer drei Epochen der russischen Geschichte, die du in keinem anderen Viertel so dicht beieinander finden wirst:

  • Moderne Epoche, mit dem Ismailowo-Kreml und seinem Souvenirmarkt.
  • Sowjetische Epoche, mit Stalins geheimem Bunker und dem unfertigen Stadion, das ihn tarnte.
  • Romanow-Epoche, mit dem Anwesen oder der Residenz Ismailowo, dem Geburtsort von Peter I. dem Großen.

Wenn dir Zeit bleibt, kannst du den Tag mit einem Spaziergang durch den riesigen Ismailowo-Park ausklingen lassen, eine der größten Grünflächen Moskaus.

Alle diese Sehenswürdigkeiten liegen sehr nah beieinander. Auf dieser Karte siehst du die Orte, über die ich im Artikel spreche:

So kommst du zum Bezirk Ismailowo

Am schnellsten und günstigsten geht es mit der dunkelblauen Linie 3 der Moskauer Metro, Ausstieg an der Station Partisanskaja (Партизанская). Vom Stadtzentrum aus brauchst du etwa 20 Minuten. Vom Metroausgang sind es noch 10 Minuten zu Fuß bis zum Ismailowo-Kreml oder zum Zarenanwesen.

Auf diesem Foto siehst du den Weg von der Metrostation zum Kreml:

Karte: Anfahrt zum Ismailowo-Kreml

Du kannst auch mit der MZK (Moskauer Zentralring) anreisen und an der Station Ismailowo aussteigen, etwa 7 Minuten zu Fuß vom Kreml entfernt.

Wo du in Ismailowo übernachten kannst

Direkt am Ausgang der Metro Partisanskaja stoßt du auf vier riesige Hotelgebäude: den Ismailowo-Komplex (Vega, Alfa, Beta, Gamma und Delta), gebaut für die Olympischen Spiele 1980. Er ist nach wie vor eine sehr empfehlenswerte Option, um in Moskau zu übernachten, wenn du einen erschwinglichen Preis, eine gute Metroanbindung und viele Services vor Ort suchst. Eines vorweg: Westliche Plattformen wie Booking funktionieren für Buchungen in Russland nicht mehr. Am praktischsten ist es, über eine russische Plattform zu buchen, die ausländische Karten akzeptiert.

Hotels in Ismailowo

Am Ausgang der Station findest du außerdem das Einkaufszentrum Ast Mall mit etlichen russischen und internationalen Fast-Food-Ketten, falls du vor oder nach dem Besuch eine schnelle Stärkung brauchst.

1. Der Ismailowo-Kreml

Nach einem etwa 10-minütigen Spaziergang von Partisanskaja taucht die Silhouette des Ismailowo-Kremls auf. Denk daran: Im Russischen bedeutet „Kreml“ einfach „Festung“ oder „ummauerte Zitadelle“.

Fassade des Ismailowo-Kremls
Rückseite des Ismailowo-Kremls

Wie gesagt, das ist ein „moderner Kreml“, der nichts mit dem historischen Moskauer Kreml am Roten Platz zu tun hat. Hier stehen wir vor einem Kultur- und Unterhaltungskomplex mit Gebäuden, die zwischen 1998 und 2017 errichtet wurden — Nachbildungen, inspiriert von der russischen Architektur des 14. bis 17. Jahrhunderts. Die Idee stammt vom Unternehmer Aleksandr Uschakow, und mich hat die Atmosphäre immer ein wenig an die Schlösser von Disneyland erinnert: hübsch, fotogen und mit einem leicht unwirklichen Touch.

Praktische Infos zum Ismailowo-Kreml

  • Offizielle Website: kremlin-izmailovo.com
  • Telegram-Kanal (aktuelle Events und Öffnungszeiten): @kremlin_izmailovo
  • VKontakte: vk.com/kremlin_izmailovo
  • Adresse: Izmaylovskoye Schosse, 73Ж (м. Партизанская)
  • Telefon: +7 (495) 215-54-37
  • Öffnungszeiten des Geländes: täglich von 9:00 bis 21:00 Uhr. Jedes Museum hat seine eigenen Öffnungszeiten.
  • Eintritt aufs Gelände: kostenlos. Nur die einzelnen Museen kosten Eintritt.
  • Toiletten: öffentliche WCs auf dem Gelände, 50 Rubel.

Und was gibt es drinnen? Straßen, Plätze und in der Mitte die orthodoxe Nikolauskirche, die wie aus einem Märchen wirkt, aber Anfang des 21. Jahrhunderts gebaut wurde. Trotz Nachbildung ist sie die höchste Holzkirche Moskaus.

Zentralplatz und Nikolauskirche im Ismailowo-Kreml
Ismailowo-Kreml — Innenansicht
Ismailowo-Kreml — Innenansicht 2

Der Ismailowo-Kreml ist einer der beliebtesten Orte der Moskauer, um zu heiraten. Neben der Nikolauskirche gibt es auf dem Gelände ein Standesamt, und anschließend feiern die Paare ihre Hochzeit in den Banketträumen des Komplexes, traditionell russisch geschmückt.

Hochzeit im Ismailowo-Kreml

Auf dem Zentralplatz findest du außerdem ein Geschäft mit handgemachten Obstgebäcken nach Rezepten aus dem 17. Jahrhundert, Restaurants mit traditioneller russischer Küche und mobile Imbissstände für etwas Schnelles. Seit ein paar Jahren dreht sich auf dem Gelände auch ein Riesenrad (Колесо обозрения) mit schönem Blick über den Komplex.

Imbissstände auf dem Ismailowo-Markt

Die Museen des Ismailowo-Kremls

Auf dem Gelände gibt es gut ein Dutzend thematische Museen und Werkstätten. Die Russen lieben es, zu jedem erdenklichen Thema ein Museum zu eröffnen — hier wurde das auf die Spitze getrieben. Das sind die wichtigsten laut offizieller Website:

  • Museum der Geschichte des Wodkas (Музей истории водки): das beliebteste des Komplexes. Es erzählt 500 Jahre russische Wodka-Geschichte mit über 1.000 Exponaten: Rezepte aus dem 18. Jahrhundert, historische Etiketten, Flaschen, sowjetische Plakate und das Modell der ersten Destille aus dem 15. Jahrhundert.
  • Brotmuseum (Музей хлеба): Geschichte und Technik des russischen Brots, mit Buffet und frisch gebackenem Brot.
  • Museum des russischen Spielzeugtheaters: inklusive Werkstatt, in der du deine eigene traditionelle Puppe basteln kannst.
  • Die Isba der Baba Jaga und der Glockenturm: für Kinder gedacht, mit dem Haus der Hexe aus der russischen Folklore.
  • Interaktives polytechnisches Museum „Dachboden des Großvaters“ (Дедушкин чердак): Erfindungen, Mechanismen und Experimente zum Anfassen.
  • Moskauer Animationsmuseum: die Geschichte des russischen und sowjetischen Zeichentrickfilms mit Vorführungen.
  • Museum ungewöhnlicher Fahrräder: eine Sammlung kurioser Modelle aus den letzten zwei Jahrhunderten.
  • Ausstellung „Strohflotte von Herman Pudan“: Schiffsmodelle aus geflochtenem Stroh.
  • Kosmischer Dachboden — Museum der Kosmonautik und Raketentechnik.
  • Planetarium des Großvater-Dachbodens.
  • Museum „Puppenallee“: Puppen aus allen Epochen.

Außerdem gibt es aktive Workshops zum Mitmachen: das Kochstudio „Kremlküche“ (Кремлёвская кухня) und die Werkstatt zur Herstellung von dekorativen Kerzen.

Wodka-Museum im Ismailowo-Kreml
Innenansicht des Wodka-Museums im Ismailowo-Kreml

Zur Orientierung: Das von Touristen meistbesuchte Wodka-Museum hat dienstags bis sonntags von 11:00 bis 19:00 Uhr geöffnet (montags geschlossen), und der Eintritt kostet 400 Rubel für Erwachsene. Die 20-minütige Führung kostet zusätzlich 600 Rubel pro Person, und du kannst eine kleine Verkostung dazubuchen (10 ml für 100 Rubel oder 50 ml für 350 Rubel). Die Preise und Öffnungszeiten der anderen Museen schwanken stark, mein Tipp ist also: Schau am Tag des Besuchs auf der offiziellen Website nach oder ruf unter +7 (495) 215-54-37 an, weil manchmal wegen Wartungsarbeiten geschlossen ist.

Hier die offizielle Karte des Geländes — praktisch zur Orientierung:

Lageplan des Ismailowo-Kremls

2. Der Souvenirmarkt von Ismailowo (Wernissage)

Das Touristischste am Ismailowo-Kreml liegt nicht drinnen, sondern draußen: die Märkte, die das Gelände umgeben und auf denen du alle Arten von russischen Souvenirs zu deutlich günstigeren Preisen als im Moskauer Stadtzentrum kaufen kannst. In der Praxis gibt es zwei Bereiche:

  • Den Izmailowski Wernissage (Измайловский Вернисаж), direkt am Haupteingang des Kremls. Das ist der eigentliche „touristische“ Markt: Matrjoschkas, Pelzmützen Uschanka, handbemalte Lackarbeiten in traditionellen Stilen (Chochloma, Gschel, Palech), Bernstein aus dem Baltikum, Samoware, Pawlowo-Possad-Tücher, Ikonen…
Wernissage-Markt Ismailowo
Bernsteine auf dem Ismailowo-Markt
  • Den Flohmarkt hinter dem Kreml. Hier ändert sich der Charakter: echte (und nicht ganz so echte) Matrjoschkas und Antiquitäten, Möbel, Bücher, Sowjetobjekte, Pelzmützen mit Ohrenklappen, Kosakensäbel, Militärorden, Zenit-Kameras und sogar echte Kosmonautenanzüge. Viele Leute bringen ihre alten Sachen hier persönlich zum Verkauf, was dem Ganzen einen sehr authentischen Dorfbasar-Charakter verleiht.
Matrjoschkas auf dem Ismailowo-Markt
Flohmarkt in Ismailowo
Kosmonautenanzüge auf dem Ismailowo-Markt

Mein Tipp: Geh am Wochenende hin (vor allem Samstag- oder Sonntagvormittag). Dann sind mehr Stände aufgebaut, mehr private Verkäufer dabei, und du siehst wirklich das Gute. Die Märkte öffnen täglich gegen 9:00 Uhr, aber unter der Woche sind viele Stände geschlossen und ab Mittag beginnt sich das Geschehen schon wieder zu lichten.

Zwei wichtige Hinweise, damit du keine Überraschungen erlebst:

  • Viele „Antiquitäten“ sind keine, sondern moderne Stilisierungen. Und etliche Souvenirs werden in China produziert und als russisches Kunsthandwerk verkauft.
  • Handeln ist normal: Der erste genannte Preis ist nicht der echte. Meist gibt es 20 bis 30 % Spielraum, wenn du mehrere Dinge kaufst. Allerdings sprechen viele Verkäufer kaum oder gar kein Englisch — am besten den Taschenrechner im Handy bereithalten und mit Gesten Geduld zeigen.

3. Stalins Bunker und das Geisterstadion

Direkt neben dem Flohmarkt versteckt sich einer der kuriosesten Orte des Viertels: Stalins geheimer Bunker, offiziell „Reserve-Schutzraum des Obersten Befehlshabers der Roten Armee I. W. Stalin“. Es ist eine Außenstelle des Zentralmuseums der Streitkräfte Russlands.

Der Bunker wurde Ende der 1930er Jahre und während des Zweiten Weltkriegs als alternativer Befehlsstand für den Fall eines deutschen Angriffs auf Moskau errichtet. Er liegt rund 37 Meter unter der Erde und war laut offizieller Museumsversion durch einen unterirdischen Tunnel mit dem Kreml am Roten Platz verbunden (die Angabe von 17 Kilometern taucht in vielen Reiseführern auf, ist aber nicht dokumentarisch belegt — nimm sie also eher als urbane Legende). Ein halbes Jahrhundert lang blieb der Komplex geheim, und die meisten Moskauer wussten nicht einmal, dass es ihn gibt. In den 1990ern wurde er saniert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Bei der Führung siehst du den Tagungsraum des Generalstabs mit der akustischen Kuppel, die Stalins leise Stimme verstärkte; sein persönliches Arbeitszimmer, eingerichtet wie sein Büro im Kreml, mit Telefon, Schreibtisch, Lampe und Militärkarten der Schlacht um Moskau von 1941; das Speisezimmer im georgischen Stil, mit Natursteinwand und Utensilien aus Gori (seinem Geburtsort); sowie mehrere Korridore und Nebenräume.

Privates Arbeitszimmer in Stalins Bunker
Tagungsraum in Stalins Bunker
Speisezimmer in Stalins Bunker

So besuchst du Stalins Bunker (praktische Infos)

  • Offizielle Website: stalinbunker.ru (auch cmaf.ru, das Mutter-Museum).
  • Telegram-Kanal (Mutter-Museum): @cmaf_ru
  • Adresse: ул. Советская, д. 80, стр. 1 (Zugang über die Pforte des FOK „Ismailowo“, Wernissaschnaja-Straße 6).
  • Öffnungszeiten: täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr.
  • Wichtig: Der Zugang ist nur mit Führung und Voranmeldung möglich. Es gibt keinen freien Ticketverkauf.
  • Preise für Ausländer (in der Gruppe): bis zu 3 Personen 6.000 Rubel pauschal; 3 bis 9 Personen 2.000 Rubel pro Person; ab 10 Personen 1.600 Rubel pro Person.
  • Reservierungen: organisierte Gruppen unter +7 (916) 518-23-72; Einzelbesucher in gemischten Gruppen (sbornaja) unter +7 (916) 319-52-40; interaktives Programm „Sei bereit!“ unter +7 (925) 804-51-53.
  • Dauer: rund 90 Minuten.
  • Sprache: Die Führungen sind auf Russisch. Sprichst du kein Russisch, nimmst du am besten einen eigenen Guide mit oder buchst über eine Agentur, die Touren in anderen Sprachen anbietet. Sprache bei der Reservierung unbedingt bestätigen.

Direkt über dem Bunker steht das Ismailowo-Stadion, eine unfertige Konstruktion, die Stalin errichten ließ, um den unterirdischen Bau zu tarnen. Wäre es fertiggestellt worden, hätte es 200.000 Zuschauer fassen können und wäre das größte Stadion der Welt gewesen.

Ismailowo-Stadion

4. Das Anwesen Ismailowo: die verlorene Zarenresidenz

Wenige Minuten vom Ismailowo-Kreml entfernt, über eine Brücke, liegt das Anwesen Ismailowo (Усадьба Измайлово), die einstige Residenz der Romanows. Anders als der Ismailowo-Kreml ist das hier echt: Gebäude aus dem 17. Jahrhundert, die sich wirklich lohnen. Es war Zarenresidenz seit der Zeit Alexei Michailowitschs (des Vaters Peters I. des Großen), und tatsächlich verbrachte Peter selbst einen Teil seiner Kindheit hier.

Das Anwesen liegt in einem wunderschönen Park, auf einer künstlichen Insel (der Insel Ismailowo), umgeben vom Teich Serebrjano-Winogradny. Verwaltet wird es vom Museumsreservat MGOMZ, das auch für den Park Kolomenskoje im Süden Moskaus zuständig ist.

Insel Ismailowo

Praktische Infos zum Anwesen Ismailowo

  • Website: mgomz.ru
  • Adresse: городок им. Баумана, д. 2, стр. 14 (Gorodok im. Baumana, 2, Gebäude 14).
  • Anfahrt: ab Metro Partisanskaja Oberleitungsbus Nr. 22 bis zur Haltestelle „Glawnaja alleja“ (Главная аллея) oder 15 Minuten zu Fuß durch den Park.
  • Sommer-Öffnungszeiten (1. April – 29. September): Dienstag bis Freitag und Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr; Samstag von 11:00 bis 19:00 Uhr. Montags geschlossen.
  • Winter-Öffnungszeiten (30. September – 31. März): Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Montags geschlossen.
  • Eintritt aufs Gelände: kostenlos.
  • Eintritt zu den Ausstellungen (Großer und Kleiner Saal): 150 Rubel Erwachsene, 50 Rubel ermäßigt.
  • Telefon: +7 (499) 165 09 72 / +7 (499) 614 88 80

Was kannst du auf dem Anwesen sehen? Aus der Zeit Zar Alexei Michailowitsch Romanows sind mehrere Bauten des 17. Jahrhunderts erhalten. Das sind die wichtigsten:

Der Brückenturm (Мостовая башня, Mostowaja baschnja), an der Brücke zum Inselzugang. Er erinnert ein wenig an einige Türme des Moskauer Kremls. Ursprünglich beherbergte er einen Wachposten, heute ist hier die ständige Ausstellung „Die Moskauer Kachel“ (Московский изразец) zu sehen — eine wunderschöne Sammlung russischer polychromer Keramik.

Brückenturm, Anwesen Ismailowo

Die Mariä-Schutz-Kathedrale (Покровский собор, Pokrowski sobor), das zentrale Gebäude der Insel. Sie ist üppig mit polychromen Mosaiken des berühmten russischen Keramikers Stepan Polubes geschmückt. In der Nähe der Kathedrale steht ein Denkmal für Peter I. den Großen.

Mariä-Schutz-Kathedrale, Anwesen Ismailowo
Denkmal für Peter I. den Großen

Im Herzen des Anwesens stand einst ein hölzerner Palast, der nicht erhalten ist. Von ihm sind nur die beiden monumentalen Eingangstore übrig: das vordere und das hintere Tor. Im Großen Ausstellungssaal ist die ständige Ausstellung „Ismailowo, Zarenanwesen des 17. Jahrhunderts“ zu sehen — sehr empfehlenswert, wenn du Geschichte magst.

Eingangstor zum Palast Ismailowo

Und als Zugabe: Von der Insel hast du diesen Blick auf den Ismailowo-Kreml, der zwischen den Bäumen hervorlugt:

Blick auf den Ismailowo-Kreml vom Anwesen aus

5. Der Ismailowo-Park

Zum Tagesausklang kannst du im Ismailowo-Park spazieren gehen, einem der größten Parks Moskaus. Im Sommer sonnen sich hier die Leute, baden in den Teichen, angeln, mieten Boote oder fahren mit dem Riesenrad. Im Winter füllt er sich mit Langläufern und Schlittschuhläufern. Ein sehr beliebter Ort der Moskauer zum Abschalten.

Ismailowo-Park mit Riesenrad im Hintergrund

So organisierst du den Besuch: praktische Route

Hast du einen halben Tag Zeit, empfehle ich dir diese Reihenfolge — sie funktioniert sehr gut:

  1. Ankunft mit der Metro an Partisanskaja gegen 10:00 Uhr.
  2. Ismailowo-Kreml und Souvenirmarkt (2–3 Stunden, inklusive einem Museum und Einkauf).
  3. Mittagessen an einem der Stände oder in einem Restaurant des Kremls (traditionelle russische Küche).
  4. Anwesen Ismailowo (1,5–2 Stunden).
  5. Wenn du noch Energie hast und rechtzeitig reserviert hast: Stalins Bunker (90 Minuten).
  6. Rückweg nach Partisanskaja oder Abschlussspaziergang durch den Park.

Hast du nur zwei oder drei Stunden, priorisiere den Ismailowo-Kreml + Markt und hebe Anwesen und Bunker für einen anderen Besuch auf.

Häufig gestellte Fragen

Wie sind die Öffnungszeiten des Ismailowo-Kremls?

Das Gelände des Ismailowo-Kremls ist täglich von 9:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt aufs Gelände ist kostenlos. Jedes Museum im Inneren hat eigene Öffnungszeiten und Preise, daher lohnt sich ein Blick auf die offizielle Website kremlin-izmailovo.com am Tag des Besuchs.

Wie komme ich vom Moskauer Stadtzentrum zum Ismailowo-Kreml?

Am schnellsten geht es mit der dunkelblauen Linie 3 der Moskauer Metro bis zur Station Partisanskaja. Vom Zentrum aus brauchst du etwa 20 Minuten. Vom Metroausgang sind es noch 10 Minuten zu Fuß bis zum Kreml. Alternativ kannst du mit der MZK (Moskauer Zentralring) bis zur Station Ismailowo fahren.

Was kostet der Eintritt zum Ismailowo-Markt?

Der Zugang zum Gelände des Ismailowo-Kremls und zu den umliegenden Märkten ist komplett kostenlos. Bezahlt wird nur der Eintritt zu den Museen im Inneren, etwa zum Wodka-Museum, das 400 Rubel für Erwachsene kostet.

An welchem Tag besucht man den Souvenirmarkt von Ismailowo am besten?

Die besten Tage sind Samstag- und Sonntagvormittag. Dann sind mehr Stände aufgebaut, mehr private Händler auf dem Flohmarkt vertreten und du siehst wirklich das Beste. Unter der Woche sind viele Stände geschlossen, und ab Mittag beginnt das Abbauen.

Kann man Stalins Bunker in Ismailowo besichtigen?

Ja, aber nur mit Führung und Voranmeldung. Es gibt keinen freien Ticketverkauf an der Kasse. Für Ausländer richtet sich der Preis nach der Gruppengröße: 6.000 Rubel für Gruppen bis zu 3 Personen, 2.000 Rubel pro Person in Gruppen von 3 bis 9, und 1.600 Rubel pro Person ab 10 Teilnehmern. Reservierungen erfolgen telefonisch unter +7 (916) 518-23-72 oder +7 (916) 319-52-40. Der Bunker ist täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

Was ist der Unterschied zwischen dem Ismailowo-Kreml und dem Moskauer Kreml?

Der Moskauer Kreml am Roten Platz ist die echte historische Festung aus dem 15. Jahrhundert, Regierungssitz Russlands und UNESCO-Weltkulturerbe. Der Ismailowo-Kreml dagegen ist ein moderner Kultur- und Handelskomplex, der zwischen 1998 und 2017 nach dem Vorbild der russischen Architektur des 14. bis 17. Jahrhunderts gebaut wurde. Er ist schön und fotogen, hat aber keinen echten historischen Wert: Seine Anziehungskraft liegt im umliegenden Souvenirmarkt und in den thematischen Museen im Inneren.

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