Der Moskauer Kreml ist kein Gebäude: Er ist eine 27 Hektar große, befestigte Stadt mit vier Kathedralen, fünf Palästen, zwanzig Türmen und einem der beeindruckendsten Museen der Welt, der Rüstkammer. Für den Besuch brauchst du zwei getrennte Tickets: eines für den Kathedralenplatz und das Außengelände, und ein zweites für die Rüstkammer. Kinder unter 7 Jahren kommen kostenlos rein, Jugendliche unter 16 zahlen den ermäßigten Tarif, und donnerstags ist alles geschlossen. Wenn du im Sommer hingehst, kauf die Tickets unbedingt vorher online.
Ich habe den Kreml im Laufe der Jahre mehrmals besucht (das erste Mal mit 14, als die Sowjetunion noch existierte). In diesem Artikel erzähle ich dir, was du drinnen sehen kannst, wie viel die Tickets kosten, wie du sie online kaufst, ohne dich auf der russischen Website zu verlieren, wie du Warteschlangen umgehst und welche Tricks ich für den Besuch habe. Der Artikel ist für ausländische Touristen geschrieben, nicht für Russen — also komme ich direkt zur Sache.
1. Was ist der Moskauer Kreml genau?
Das Wort Kreml (кремль) bedeutet „Festung“ oder „befestigte Stadt“, und in Russland gibt es davon mehr als zwanzig: in Nowgorod, Kasan, Tula, Pskow, Rostow… Aber wenn jemand „der Kreml“ sagt, ohne weiteren Zusatz, ist der von Moskau gemeint, der im Herzen der Stadt liegt — die Moskwa im Süden, der Alexandergarten im Westen und der Rote Platz im Osten.
Heute erfüllt er zwei Funktionen, die du im Kopf haben solltest, bevor du reingehst:
- Er ist die Arbeitsresidenz des Präsidenten Russlands (er wohnt woanders, arbeitet aber hier). Deshalb gibt es eine starke Präsenz des Föderalen Schutzdienstes (FSO) und ganze Bereiche sind für die Öffentlichkeit gesperrt.
- Er beherbergt einen der wichtigsten Museumskomplexe der Welt: die Rüstkammer, die Kathedralen am Kathedralenplatz, den Patriarchenpalast und den Glockenturm Iwans des Großen.
Er gehört seit 1990 zusammen mit dem Roten Platz zum UNESCO-Welterbe. Und ein wichtiges Detail: Der Kreml ist nicht der Rote Platz. Viele Leute verwechseln beides. Der Rote Platz liegt direkt daneben, getrennt durch die Kremlmauer, und ist frei und kostenlos zugänglich. Wenn du wissen willst, was du dort sehen kannst, hab ich das in diesem Artikel zusammengefasst: Was man auf dem Roten Platz in Moskau sehen kann.
2. Echte Bewertungen der Besucher
Bevor wir ins Detail gehen, lass mich dir die Karte mit den echten Bewertungen von Yandex Maps zeigen (das russische Pendant zu Google Maps), wo du Bewertungen auf Russisch lesen und mit deinem Browser übersetzen kannst. Der Kreml hat eine Bewertung von 5,0 von 5 Sternen mit fast 28.000 Bewertungen und über 2.000 schriftlichen Rezensionen:
Zusammenfassung dessen, was die Besucher sagen:
- Die positivsten Punkte: die Atmosphäre, die architektonische Erhabenheit, die alten Ikonen in den Kathedralen, die Zarenkanone und die Zarenglocke, die Aussichten, der Tainitsky-Garten mit seinen Rosen und seinem Brunnen.
- Die häufigsten Kritikpunkte: die Ticketpreise, die Warteschlangen in der Hochsaison, die strikte Sicherheitskontrolle (man darf nicht überall langlaufen, die Beamten pfeifen, wenn du vom markierten Weg abkommst), die spärliche Beschilderung im Inneren und der Mangel an Cafés und Toiletten.
- Der am häufigsten wiederholte Tipp: Tickets im Voraus kaufen, mindestens 45 Minuten früher kommen und, wenn möglich, Wochenenden und Feiertage meiden.
3. Was kann man im Kreml besichtigen?
Das ist es, was Touristen am meisten verwirrt: Den Kreml besucht man nicht mit einem einzigen Ticket. Es gibt mehrere unabhängige Tickets für verschiedene Bereiche. Hier die Aufschlüsselung:
3.1. Der Kathedralenplatz (das absolute Muss)
Es ist das historische Herz des Kremls: ein relativ kleiner Platz mit vier Kathedralen, die zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert gebaut wurden, wo die Zaren gekrönt wurden und die wichtigsten Staatsakte des russischen Reiches stattfanden. Mit einem einzigen Ticket bekommst du Zugang zum Kremlgelände und ins Innere von:
- Mariä-Entschlafens-Kathedrale (Uspenski-Kathedrale): die älteste und wichtigste. Sie wurde zwischen 1475 und 1479 vom italienischen Architekten Aristoteles Fioravanti gebaut, der aus Bologna geholt wurde. Hier wurde Iwan der Schreckliche zum ersten Mal als Zar gekrönt, und hier sind die russischen Patriarchen und Metropoliten begraben. Das Innere ist mit Fresken aus dem 16. und 17. Jahrhundert bedeckt.
- Erzengel-Kathedrale (Archangelski-Kathedrale): 1508 vom Italiener Alewis Nowy fertiggestellt. Sie war bis zu Peter dem Großen die Begräbnisstätte der Großfürsten und Moskauer Zaren. Hier liegt das Grab Iwans des Schrecklichen, allerdings ist es schwer zu finden, weil die Grabplatte sehr unauffällig ist.
- Mariä-Verkündigungs-Kathedrale (Blagoweschtschenski-Kathedrale): die kleinste und intimste, gebaut zwischen 1484 und 1489 von russischen Architekten aus Pskow. Sie war die Hauskirche der Zarenfamilie. Interessante archäologische Funde sind hier in einer Dauerausstellung mit dem Titel „Schätze und Altertümer des Kremls“ zu sehen.
- Kirche der Niederlegung des Gewandes: die kleinste von allen, sie war die Privatkapelle der Patriarchen. Das Innere ist bescheiden, bewahrt aber russische Holzskulpturen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert auf — eine Seltenheit.
- Patriarchenpalast und Zwölf-Apostel-Kirche: 1655 für Patriarch Nikon erbaut. Heute beherbergt er das Museum für angewandte Kunst und Alltagskultur Russlands des 17. Jahrhunderts.
Auf dem Platz selbst, ohne in irgendein Gebäude reinzugehen, siehst du auch zwei unverzichtbare Kuriositäten:
- Die Zarenkanone (Zar-Puschka): Sie wiegt 39 Tonnen, ist 5,34 Meter lang und hat ein Kaliber von 890 mm. Sie wurde 1586 von Andrei Tschochow für Zar Fjodor I. gegossen. Kuriosität: Sie wurde nie abgefeuert. Sie wurde mehr als Symbol der Macht denn als Waffe gebaut.
- Die Zarenglocke (Zar-Kolokol): die größte Glocke der Welt, mit 202 Tonnen Gewicht und 6,14 Metern Durchmesser. Sie wurde zwischen 1733 und 1735 im Auftrag der Zarin Anna Iwanowna gegossen. Bevor man sie aufhängen konnte, riss 1737 ein Brand die Bronze ein und ein 11,5 Tonnen schwerer Splitter brach ab — er liegt bis heute neben dem Sockel. Auch sie hat nie geläutet.
Plane mindestens 2 Stunden ein, um das Gelände und die Kathedralen in Ruhe zu besichtigen. Wenn du in alle vier reingehst, eher 2,5 Stunden.
3.2. Die Rüstkammer des Kremls (das andere Muss)
Trotz ihres Namens ist sie nicht nur ein Waffenmuseum: Sie ist das Versailles der russischen Schätze. 1808 im Großen Kremlpalast gegründet, beherbergt sie die in sechs Jahrhunderten angesammelte Objektsammlung der Zaren. Wenn du im Kreml nur eine Sache sehen kannst und Museen magst — dann diese.
Was du auf keinen Fall verpassen solltest:
- Die Sammlung kaiserlicher Fabergé-Eier: eine der größten der Welt, mit Stücken, die die letzten Zaren der Romanow-Dynastie ihren Frauen zu Ostern schenkten.
- Die Mütze des Monomach, das Machtsymbol der russischen Zaren. Es ist die älteste Krone Russlands, aus dem 13.–14. Jahrhundert.
- Der Elfenbeinthron Iwans des Schrecklichen, mit gravierten Walrosselfenbein-Platten verziert.
- Der Doppelthron der Brüder Iwan V. und Peter I., mit einem Geheimfach dahinter, aus dem ihre Schwester Sophia, die Regentin, ihnen während der Empfänge die Antworten zuflüsterte.
- Die Sammlung der Zarenkutschen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert: die Kutsche der Zarin Elisabeth, die von Katharina der Großen, die Hochzeitskutsche der Romanows…
- Krönungsroben und Zeremoniengewänder mit hunderttausenden Perlen und Edelsteinen.
- Die Zeremonienrüstung von Boris Godunow, vollständig mit Gold und Silber überzogen.
Die Rüstkammer wird in festen Zeitfenstern um 10:00, 12:00, 14:30 und 16:30 Uhr besichtigt. Die empfohlene Aufenthaltsdauer ist 1,5 bis 2 Stunden. Im Inneren ist Fotografieren strikt verboten (die Regel wird konsequent durchgesetzt — alle paar Meter steht ein Aufseher).
3.3. Der Diamantenfonds
Er befindet sich im selben Gebäude wie die Rüstkammer, ist aber nicht Teil des Kremlmuseums: Er untersteht dem russischen Finanzministerium (Gokhran), und seine Tickets werden separat auf der Website gokhran.ru gekauft. Es ist eine der bedeutendsten Sammlungen von Schmuck und Edelsteinen weltweit, vergleichbar mit den britischen Kronjuwelen.
Das Glanzstück ist die Große Kaiserkrone, die 1762 für die Krönung Katharinas der Großen angefertigt wurde — mit fast 5.000 Diamanten und zwei Reihen von 75 Perlen. Außerdem gibt es historische Diamanten wie den Orlow (189,62 Karat), den Schah (88,7 Karat) und beeindruckende Goldnuggets. Die Besichtigung läuft in 20-Minuten-Fenstern. Kinder zwischen 12 und 14 Jahren dürfen rein, finden die Ausstellung aber meistens anstrengend.
3.4. Der Glockenturm Iwans des Großen (vorher checken)
Er ist 81 Meter hoch und war über 400 Jahre lang das höchste Gebäude Moskaus. Gebaut wurde er vom Italiener Bon Friasin zwischen 1505 und 1508, und seit 2009 beherbergt er ein kleines Museum zur Architekturgeschichte des Kremls — mit einer Aussichtsplattform auf 25 Metern Höhe (137 Stufen).
Wichtiger Hinweis: Der Glockenturm wird seit 2020 restauriert, und sein Öffnungsstatus hat in den letzten Jahren mehrmals gewechselt. Wenn er offen ist, finden die Besichtigungen nur vom 15. Mai bis 30. September statt, in Zeitfenstern um 10:15, 11:15, 13:00, 14:00, 15:00, 16:00 und 17:00 Uhr (donnerstags geschlossen). Der Zutritt für Kinder unter 14 Jahren ist nicht erlaubt, und Tickets gibt es ausschließlich am Schalter, nicht online. Prüfe vor deinem Besuch auf der offiziellen Website, ob er geöffnet ist.
Wenn du Moskau aus der Höhe sehen willst und hier nicht hochsteigen kannst, hier mein Artikel über die besten Aussichtspunkte Moskaus.
3.5. Was du sehen, aber nicht besichtigen kannst
Im Inneren des Kremls gibt es Gebäude, die du im Vorbeigehen siehst, die aber für die breite Öffentlichkeit nicht zugänglich sind:
- Der Große Kremlpalast (1838–1850): Hier hält der Präsident offizielle Empfänge ab und findet die Amtseinführung statt. Zugang nur auf Einladung oder über Privatführungen auf Anfrage (teuer und für Ausländer selten).
- Der Staatliche Kremlpalast (1961): das moderne Gebäude aus Glas und Beton. Er fungiert als Konzertsaal und Theater und ist Hauptspielstätte des Kremlballetts. Wenn dich klassisches Ballett interessiert (Schwanensee, Der Nussknacker, Giselle…), gibt’s die Tickets auf en.kremlinpalace.org. Im August hat das Ensemble Urlaub, dann finden keine Vorstellungen statt.
- Der Facettenpalast (Granowitaja Palata): das erste zivile Steingebäude Moskaus, 1491 fertiggestellt. Berühmt ist sein Saal, dessen Gewölbe alle auf einer einzigen Mittelsäule ruhen. Von außen sichtbar, aber nicht betretbar.
- Senat, Arsenal und die Präsidentengebäude: für die Öffentlichkeit gesperrt, vom FSO bewacht.
4. Öffnungszeiten, Preise und Tickets 2026
Hier die aktuellen offiziellen Preise der Kremlmuseen (in russischen Rubel, RUB). Denk dran: Seit 2022 funktionieren Visa- und Mastercard-Karten, die außerhalb Russlands ausgestellt wurden, nicht mehr — um am Schalter zu zahlen, brauchst du also Bargeld, eine russische MIR-Karte oder eine geführte Tour, die du vorab aus Deutschland gebucht hast.
Kathedralenplatz und Kremlgelände
- Erwachsenenticket regulär: 1.100 RUB (≈ 12 €)
- Mit Audioguide (auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Chinesisch oder Koreanisch): 1.500 RUB
- Ermäßigt unter 16 Jahren: 500 RUB
- Kostenlos für Kinder unter 7 Jahren
- Sommerzeit (15. Mai – 30. September): 9:30 bis 18:00 Uhr
- Winterzeit (1. Oktober – 14. Mai): 10:00 bis 17:00 Uhr
- Geschlossen am Donnerstag
Rüstkammer des Kremls
- Erwachsenenticket regulär: 1.400 RUB (≈ 15 €)
- Mit Audioguide: 1.800 RUB
- Ermäßigt unter 16 Jahren: 800 RUB
- Kostenlos für Kinder unter 7 Jahren
- Tägliche Zeitfenster (außer donnerstags): 10:00, 12:00, 14:30 und 16:30 Uhr
Weitere Tickets
- Diamantenfonds: 1.000 RUB (separates Ticket und eigene Öffnungszeiten, auf gokhran.ru)
- Glockenturm Iwans des Großen: 350–500 RUB (nur am Schalter, nur im Sommer, vorher checken, ob geöffnet)
- Einzelne Kathedrale (ohne Zugang zum Hauptgelände): 300 RUB (am Schalter)
Zusätzliche Schließtage, die du im Blick haben solltest: Neben dem Donnerstag bleibt der Kreml an bestimmten Sondertagen geschlossen, etwa am 9. Mai (Tag des Sieges), wenn die Militärparade auf dem Roten Platz stattfindet, und an anderen offiziellen Anlässen. Wenn dein Besuch auf solche Tage fällt, prüf das vorher auf der offiziellen Website.
5. Tickets online kaufen (Schritt für Schritt)
Die Tickets kaufst du auf der offiziellen Seite tickets.kreml.ru (es gibt eine englische Version). Als ausländischer Tourist hat der Online-Kauf einen Haken: Auch mit dem digitalen Voucher musst du trotzdem zum Schalter im Alexandergarten, um ihn gegen das physische Ticket einzutauschen. Aber die Schlange am Tausch-Schalter ist meistens deutlich kürzer als die am Verkaufsschalter.
Wichtige Hinweise vorab:
- Tickets werden maximal 17 Tage vorher zum Verkauf freigeschaltet. Es bringt nichts, früher auf der Seite reinzuschauen.
- Du kannst nur 4 Tickets pro Person kaufen.
- Bezahlt wird per Karte. Visa- und Mastercard-Karten, die außerhalb Russlands ausgestellt wurden, funktionieren nicht mehr bei den meisten russischen Zahlungsanbietern. Wenn du in Russland bist, ist das Praktischste, dir eine russische MIR-Karte zu besorgen, oder den Besuch über eine geführte Tour mit deutschsprachigem Guide zu buchen, die die Tickets enthält (und sich um die Zahlung kümmert).
- Ermäßigte und kostenlose Tickets (unter 16, Rentner usw.) gibt es nicht online: Du musst direkt zum Schalter mit dem entsprechenden Nachweis.
- Tickets sind bis 3 Stunden vor Beginn der Sitzung erstattungsfähig, aber das Verfahren ist bürokratisch: Du musst ein Formular ausfüllen und es eingescannt per E-Mail einreichen.
Vorsicht vor Fake-Websites. Das Kremlmuseum selbst warnt davor, dass sich Seiten als offizielle Website ausgeben und Tickets zum doppelten oder dreifachen Preis weiterverkaufen. Die einzige offizielle Adresse ist tickets.kreml.ru. Jede andere URL, die das Wort „Kremlin“ enthält, ist die eines Wiederverkäufers.
Der Ablauf, vereinfacht:
- Ticketart wählen: „Ticket to the Armoury Chamber“ oder „Tickets for visiting the architectural complex of the Cathedral Square“ (das sind getrennte Käufe).
- Datum und Zeitfenster wählen (bei der Rüstkammer).
- Anzahl der Tickets angeben (max. 4), AGB akzeptieren und E-Mail-Adresse eintragen.
- Mit Karte zahlen. Du bekommst einen Voucher als PDF per E-Mail.
- Am Tag des Besuchs gehst du zu den Schaltern Nr. 6, 7 oder 8 im Alexandergarten, mindestens 45 Minuten vor deinem Zeitfenster. Bring den Voucher ausgedruckt oder auf dem Handy mit, plus deinen Reisepass. Dort bekommst du das physische Ticket.
6. So kommst du zum Kreml
Der Kreml hat zwei Eingänge für Touristen, beide auf der Westseite, im Alexandergarten:
- Kutafja-Turm (der niedrige, gedrungene Turm): Hier kommst du aufs Kremlgelände und zum Kathedralenplatz. Hier sind auch die Sicherheitskontrollen und die Schalter.
- Borowizki-Turm: Das ist der Eingang zur Rüstkammer (und zum Diamantenfonds).
Wichtig: Vom Roten Platz aus kommt man nicht in den Kreml rein. Der Spasski-Turm, der mit der berühmten Uhr, dient nur als Ausgang (und auch das nicht immer).
Nächstgelegene Metrostationen:
- Aleksandrowski Sad (hellblaue Linie, Ausgang Nr. 5): die beste Option, du kommst direkt im Alexandergarten raus.
- Biblioteka imeni Lenina (rote Linie): 3–5 Minuten zu Fuß.
- Borowizkaja (graue Linie): 3–5 Minuten zu Fuß, in der Nähe der Rüstkammer.
- Arbatskaja (dunkelblaue und hellblaue Linien): 5 Minuten zu Fuß.
7. Lohnt sich eine Führung auf Deutsch?
Meine ehrliche Meinung: Im Kreml lohnt sich eine geführte Tour wirklich, vor allem wenn du kein Russisch sprichst. Die Gründe:
- Die Beschilderung im Inneren ist spärlich und oft nur auf Russisch. Ohne Guide läufst du leicht an wichtigen Sachen vorbei, ohne es zu merken.
- Der Guide übernimmt Tickets und Bezahlung für dich, das löst auf einen Schlag das Problem mit den ausländischen Karten und den Schaltern.
- Die Fresken in den Kathedralen und die Stücke in der Rüstkammer gewinnen enorm durch eine gute Erklärung. Orthodoxe Ikonografie, russische Dynastien, die Symbolik der Fabergé-Eier… das alles ist auf eigene Faust schwer zu erfassen.
- Der Guide kennt die Tricks, um Schlangen zu umgehen, die besten Zeitfenster und die interne Logistik des Geländes.
Es werden in der Regel zwei Formate angeboten: eine Führung mit Schwerpunkt auf dem Kremlgelände und dem Kathedralenplatz (etwa 2 Stunden) und eine zweite mit Schwerpunkt auf der Rüstkammer (rund 1,5 Stunden). Wenn du Zeit hast, ist es ideal, beide an unterschiedlichen Tagen oder in zwei Hälften am selben Tag zu machen: Kathedralen am Vormittag, Rüstkammer am Nachmittag, mit einer Mittagspause dazwischen.
8. Tricks und praktische Tipps für deinen Besuch
Dinge, die ich im Laufe der Jahre beim Besuchen des Kremls gelernt habe und die mir hoffentlich beim ersten Mal jemand gesagt hätte:
- Komm 45 Minuten vor deinem Zeitfenster. Hinter dem Kutafja-Turm gibt es eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, mit Scannern und Taschenkontrolle.
- Reise leicht. Nicht erlaubt sind große Koffer, große Rucksäcke, Fahrräder, Tretroller, Essen, Getränke in Glasflaschen, scharfe Gegenstände (nicht mal Nagelscheren) und professionelle Kameras mit Teleobjektiv. Es gibt eine kostenlose Gepäckaufbewahrung am Fuß des Kutafja-Turms, wo du große Rucksäcke abgeben kannst (du bekommst einen Beleg).
- Plan mindestens 4 Stunden für den ganzen Tag ein: 2 Stunden für den Kathedralenplatz und nochmal 2 für die Rüstkammer, plus Schlangen, plus Sicherheitskontrolle, plus Essen.
- Bleib auf dem markierten Weg. An jeder Ecke stehen FSO-Beamte, und viele interne Straßen sind tabu (Senatsstraße, Arsenalstraße, Palaststraße). Wenn du dich verläufst, pfeifen sie sofort.
- Die Fotos sind in der Rüstkammer und in den Kathedralen verboten, aber im Freien erlaubt auf dem ganzen Gelände. Kein Blitz in den Ausstellungen.
- Auf dem Gelände gibt es nur einen einzigen Imbissstand (und der akzeptiert keine ausländischen Karten). Wenn du den ganzen Tag dort bist, nimm Wasser und einen Snack mit, oder geh kurz raus zum Essen und komm wieder.
- Es gibt Toiletten auf dem Gelände, aber sehr wenige: eine im Bereich des Tainitsky-Gartens und eine andere in der Nähe des Ausgangs. Geh besser, bevor du reinkommst.
- Im Winter gut einpacken: Ein großer Teil des Besuchs ist im Freien, und in den Kathedralen wird kaum geheizt.
- Wenn du den Kreml umsonst und von außen sehen willst, ist mein Lieblingsplatz das Sofia-Ufer (Sofiyskaya Naberezhnaya), auf der anderen Seite der Moskwa: Neben dem Gebäude Nr. 20 gibt es einen kleinen Aussichtspunkt mit dem schönsten Panoramablick auf den Komplex — perfekt für Fotos bei Sonnenuntergang.
9. Wo essen in der Nähe des Kremls?
Da das Angebot innerhalb des Kremls fast null ist, isst du am besten draußen, vor oder nach dem Besuch. Ein paar Gehminuten entfernt gibt es Optionen für jeden Geldbeutel:
- Stolowaja Nr. 57 (im GUM): die Kantine im Sowjetstil im Kaufhaus GUM, direkt am Roten Platz. Günstig, authentisch, du nimmst dir ein Tablett auf russische Art. Klassische Gerichte (Borschtsch, Pelmeni, Kotelett) für etwa 600–900 Rubel pro Person.
- Café Puschkin (Twerskoi Bulwar 26A): 10 Minuten zu Fuß. Russische Imperialküche in einem rekonstruierten Palast aus dem 18. Jahrhundert. Teuer, aber unvergesslich. Vorher reservieren.
- Mu-Mu (Stoleschnikow Pereulok und weitere Adressen in der Nähe): russische Kette mit Hausmannskost im Kantinenstil, sehr günstig und immer eine sichere Wahl.
- Bosco Café: Terrasse innerhalb des GUM mit direktem Blick auf den Roten Platz. Frühstück, leichte Mittagessen und Desserts. Schön für einen Snack zwischendurch.
- Restaurant Doktor Schiwago (im Hotel Natsional, gegenüber dem Kreml): elegant, zeitgenössische russische Küche mit sowjetischen Anspielungen in der Einrichtung.
Denk dran: In vielen Restaurants funktionieren ausländische Visa- und Mastercard-Karten seit 2022 nicht mehr. Bring Bargeld in Rubel mit, eine russische MIR-Karte, oder nutze SBP (das russische QR-Bezahlsystem, falls du ein russisches Konto hast).
10. Wie du den Besuch mit dem Rest von Moskau verbindest
Den Kreml schaffst du an einem Vormittag oder Nachmittag, aber drumherum liegen die großen Must-Sees Moskaus. Mein Tipp: Plan einen ganzen Tag für diese Gegend ein:
- Vormittags: Kathedralenplatz und Kremlgelände (2–3 Std.).
- Mittags: Essen in der Nähe und Kurzbesuch der Basilius-Kathedrale (45 Min.) mit ihren bunten Kuppeln am Roten Platz.
- Nachmittags: die Rüstkammer des Kremls (Zeitfenster 14:30 oder 16:30 Uhr).
- Wenn du Lust hast und die Öffnungszeiten passen, kannst du auch ins Lenin-Mausoleum reinschauen (kostenlos, aber nur dienstags, mittwochs, donnerstags und samstags von 10:00 bis 13:00 geöffnet) oder ins Kaufhaus GUM, das selbst eine architektonische Schönheit ist.
Wenn du mehrere Tage in der Stadt bist, empfehle ich dir diesen Artikel mit Reiserouten durch Moskau für 1 bis 5 Tage und diesen anderen mit den besten Vierteln und Hotels Moskaus für Touristen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Zeit braucht man, um den Kreml zu besichtigen?
Wenn du sowohl den Kathedralenplatz als auch die Rüstkammer sehen willst, plane mindestens 4 Stunden auf dem Gelände ein, plus Warteschlangen und Sicherheitskontrolle. Wenn du nur eine der beiden Zonen besuchst, reichen 2 bis 2,5 Stunden. Die Rüstkammer wird in festen Zeitfenstern von 1,5 bis 2 Stunden besucht.
An welchem Tag ist der Kreml geschlossen?
Der Kreml schließt am Donnerstag, nicht am Montag wie die meisten Museen. Außerdem schließt er an bestimmten offiziellen Tagen wie dem 9. Mai (Tag des Sieges). Prüfe vor deinem Besuch immer auf der offiziellen Website kreml.ru.
Kann man im Kreml Fotos machen?
Im Freien auf dem Gelände sind Fotos erlaubt (ohne Blitz und ohne professionelle Ausrüstung). Aber in der Rüstkammer und in den Kathedralen ist Fotografieren strikt verboten. Die Aufseher setzen die Regel konsequent durch.
Kann ich die Kremltickets mit einer ausländischen Karte zahlen?
Seit 2022 funktionieren Visa- und Mastercard-Karten, die außerhalb Russlands ausgestellt wurden, nicht mehr. Um online auf tickets.kreml.ru zu zahlen, brauchst du eine russische Karte (MIR oder von einer russischen Bank ausgestellt). Die bequemste Alternative für Ausländer ist, eine geführte Tour mit inkludierten Tickets aus Deutschland zu buchen oder Bargeld in Rubel mitzubringen, um am Schalter zu kaufen.
Wo ist der Eingang zum Kreml?
Es gibt zwei Touristeneingänge, beide im Alexandergarten (Westseite): der Kutafja-Turm für den Zugang zum Kathedralenplatz und zum Gelände, und der Borowizki-Turm für den Eingang zur Rüstkammer. Vom Roten Platz kommt man nicht in den Kreml rein.
Muss man die Tickets online kaufen?
Im Sommer (Juli–August), an russischen Feiertagen und an Wochenenden ja: Die Schalter haben lange Schlangen und die Rüstkammer ist schnell ausverkauft. Außerhalb der Hochsaison reicht es meistens, früh am Morgen zum Schalter zu kommen. Denk dran: Auch wenn du online kaufst, musst du den Voucher trotzdem am Schalter gegen das physische Ticket eintauschen.
Was ist der Unterschied zwischen dem Kreml und dem Roten Platz?
Es sind zwei unterschiedliche, aber direkt benachbarte Orte. Der Kreml ist ein befestigtes, kostenpflichtiges Gelände mit Kathedralen, Palästen und der Rüstkammer. Der Rote Platz ist ein kostenloser öffentlicher Platz neben der Kremlmauer, an dem die Basilius-Kathedrale, das Lenin-Mausoleum und das Kaufhaus GUM liegen.
Kommen Kinder kostenlos in den Kreml?
Kinder unter 7 Jahren kommen kostenlos rein, sowohl in die Rüstkammer als auch in die Kathedralen. Unter 16 Jahren zahlen den ermäßigten Tarif. Ermäßigte und kostenlose Tickets gibt es nicht online: Du musst zum Schalter mit einem Dokument, das das Alter des Kindes belegt (Reisepass oder Geburtsurkunde).






