Als deutsche Staatsangehörige brauchst du für die Mongolei kein Visum, wenn dein Aufenthalt höchstens 30 Tage dauert. Und anders als bei fast allen anderen europäischen Reisenden gilt das bei dir nicht nur für Urlaub: Das Auswärtige Amt nennt ausdrücklich den kurzfristigen Besuchs- oder Geschäftsaufenthalt. Der deutsche Reisepass reicht.
Das ist ein echter Unterschied. Briten, Franzosen oder Italiener hängen an einer befristeten Ausnahmeregelung für 34 Länder, die am 31. Dezember 2026 ausläuft und nur Tourismus abdeckt — für Deutsche nennt das Auswärtige Amt gar kein Ablaufdatum. Ich gehe hier alles durch: wann du doch ein Visum brauchst, welche Grenzübergänge nach Russland und China für Ausländer überhaupt offen sind, und was du beachten musst, wenn du die Transmongolische Eisenbahn planst und zusätzlich das russische und das chinesische Visum brauchst.
Brauche ich ein Visum für die Mongolei?
- Deutsche, bis 30 Tage: kein Visum, weder für Besuchs- noch für Geschäftsaufenthalte. Reisepass genügt.
- Österreicher und Schweizer: ebenfalls visumfrei bis 30 Tage, aber über die befristete Ausnahmeregelung für 34 Länder, die nur für touristische Reisen gilt und bis zum 31. Dezember 2026 läuft. Prüf vor der Buchung, ob sie verlängert wurde.
- Länger als 30 Tage oder anderer Reisezweck (Arbeit, Studium, längerer Aufenthalt): Visum erforderlich, zu beantragen bei jeder mongolischen Botschaft.
Welche Reisedokumente akzeptiert werden
Hier stolpern jedes Jahr Leute, deshalb ganz klar: der Personalausweis reicht nicht, auch nicht der vorläufige. Akzeptiert werden der Reisepass, der vorläufige Reisepass und der Kinderreisepass. Alle Dokumente müssen bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Jedes Kind braucht ein eigenes Ausweisdokument.
Praktisch für Umsteiger: Der Flughafen Chinggis Khaan hat keinen abgetrennten Transitbereich. Auch wenn du nur umsteigst, reist du also formal in die Mongolei ein — für Deutsche ohne Visum, mit denselben 30 Tagen.
Wann du doch ein Visum brauchst
Für längere Aufenthalte oder andere Reisezwecke führt kein Weg am Visum vorbei. Zuständig ist die mongolische Botschaft; für Aufenthalte über 30 Tage sowie für Visa mit mehreren Einreisen braucht es in der Regel vorab eine Genehmigung der mongolischen Ausländerbehörde, die dein Gastgeber oder Geschäftspartner vor Ort einholen muss. Ohne diese Genehmigung kann die Botschaft nichts ausstellen — deshalb dauern solche Anträge Wochen, nicht Tage.
Theoretisch ist auch ein Visum bei Einreise am Flughafen möglich, etwa wenn du aus einem Land ohne mongolische Botschaft anreist. Auch das muss der Einladende vorab mit der Ausländerbehörde klären, die eine schriftliche Bestätigung ausstellt — die solltest du mitführen, sonst nimmt dich die Airline unter Umständen gar nicht erst mit. Das Auswärtige Amt rät trotzdem, das Visum vor Reiseantritt zu besorgen. Guter Rat: Verlass dich nicht darauf, dass an der Grenze schon irgendwas geht.
Wenn deine Staatsangehörigkeit gar nicht unter eine Befreiung fällt, bietet die Mongolei ein elektronisches Visum (eVisa) an, das du online über das offizielle Portal evisa.mn beantragst. Es deckt Tourismus (K2, bis 30 Tage), Sport- und Kulturveranstaltungen (K4) sowie Transit (K6, bis 10 Tage) ab, die Bearbeitung dauert etwa drei Werktage, und der Pass muss bei Antragstellung noch mindestens 180 Tage gültig sein. Das eVisa gilt für eine Einreise und ist weder verlängerbar noch in eine andere Visumkategorie umwandelbar.
Registrierung, Grenzregionen und Minderjährige
- Registrierung: Hotels und private Gastgeber sind verpflichtet, ihre Gäste innerhalb von 48 Stunden nach dem Einchecken zu registrieren. Wenn du privat unterkommst, klär das gleich am ersten Abend mit deinem Gastgeber.
- Grenzregionen: Für Reisen in die Grenzgebiete brauchst du besondere Genehmigungen. In der Nähe militärischer Anlagen und Sicherheitseinrichtungen gilt außerdem ein Fotografierverbot.
- Minderjährige: Ausländischen Reisenden unter 16 Jahren kann die Einreise verweigert werden, wenn sie nicht von einer sorgeberechtigten Person begleitet werden. Reist ein Kind ohne die Sorgeberechtigten, sollte vorab eine notariell beglaubigte Vollmacht für die Begleitperson ausgestellt werden — und zwar im Original und auf Mongolisch. Bei deutsch-mongolischen Doppelstaatern gilt das auch für die Ausreise, und beide Elternteile sollten unterschrieben haben.
Welche Grenzübergänge Ausländer benutzen dürfen
Das ist der Teil, den fast alle übersehen — und der entscheidend ist, wenn du die Mongolei mit Russland oder China kombinierst. Ausländische Staatsangehörige dürfen nur über bestimmte Grenzübergangsstellen ein- und ausreisen:
- Flughafen Chinggis Khaan in Ulan Bator
- Per Zug: aus Russland in Sukhbaatar, aus China in Zamyn Uud
- Grenze zu China: Zamyn-Uud/Ereen (Ostgobi), Bichigt/Zuunhatavch (Sukhbaatar-Aimag), Bulgan/Takashiken (Khovd-Aimag)
- Grenze zu Russland: Altanbulag/Khiagt (Selenge), Tsagaan-Nuur/Taschanta (Bayan-Ulgii), Ereentsav/Solowjowsk (Dornod), Borshoo/Khandgait (Uvs), Khankh/Mondy (Khuvsgul)
Die Öffnungszeiten sind je nach Posten unterschiedlich, zeitlich begrenzt und können sich kurzfristig ändern — an Feiertagen in der Mongolei oder im Nachbarland, bei behördlichen Anordnungen, bei schlechtem Wetter oder hohem Verkehrsaufkommen. In der Hauptreisezeit und vor Feiertagen musst du mit Wartezeiten rechnen. Plane also keine knappen Anschlüsse um einen Landgrenzübergang herum. Wie die Lage auf der russischen Seite aussieht, habe ich in der Übersicht zu den Grenzen Russlands zusammengestellt.
Transmongolische Eisenbahn: russisches Visum vorher besorgen
Wenn du die Mongolei mit dem Zug durchquerst, merk dir eins: dass die Mongolei dich vom Visum befreit, sagt nichts über Russland und China aus. Jedes Visum ist eine eigene Baustelle — und beide gehören vor die Abreise erledigt, nicht unterwegs.
Bei China ist die Sache besonders eindeutig, und das Auswärtige Amt formuliert es unmissverständlich: Nach chinesischem Einreiserecht muss der Visumantrag im Land der Staatsangehörigkeit oder des gewöhnlichen Aufenthalts gestellt werden. Reisende in der Mongolei bekommen bei der chinesischen Botschaft in Ulan Bator also kein Visum für China. Ausnahmen von der Visumpflicht gelten nur für Aufenthalte bis 15 Tage zu geschäftlichen und touristischen Zwecken sowie für den Transit. Mehr dazu in meinem Artikel zum Visum für China.
Für Russland gilt dasselbe Prinzip: Besorg dir das russische Visum in Deutschland, bevor du losfährst. Die russischen Konsularstellen in Ulan Bator stellen Ausländern, die nicht in der Mongolei leben, keine Einreisevisa mehr aus. Ob für dich das elektronische E-Visum oder das reguläre Visum das richtige ist, klärt der Überblick zu der Frage, welches Visum du für Russland brauchst.
Die Transmongolische Eisenbahn verbindet Ulan Bator mit Russland und China; nach Peking gibt es zusätzlich eine wöchentliche Direktverbindung. Wenn du die Route noch baust, findest du alles Schritt für Schritt im kompletten Leitfaden zur Transsibirischen und Transmongolischen Eisenbahn.
Versicherung, Führerschein, Auto und Bargeld
- Auslandskranken- und Rückholversicherung. Die medizinische Versorgung ist mit Europa nicht vergleichbar und außerhalb Ulan Bators dünn; das Auswärtige Amt rät ausdrücklich zu einer Police mit Rückholung. Wenn du danach nach Russland weiterreist, nimm eine, die die ganze Strecke abdeckt — wie das geht, steht in meinem Leitfaden zur Reiseversicherung für Russland.
- Führerschein. Es gibt zwei Möglichkeiten: internationaler Führerschein zusammen mit dem deutschen, oder der deutsche Führerschein mit einer beglaubigten Übersetzung ins Mongolische. In Deutschland angefertigte beglaubigte Übersetzungen werden erfahrungsgemäß problemlos akzeptiert.
- Eigenes Fahrzeug. Die Einreise mit dem eigenen Auto ist möglich; das Fahrzeug wird bei der Einreise in den Pass eingetragen. Willst du ohne das Auto wieder ausreisen — weil es im Land bleibt oder per Container verschifft wird — klär das Verfahren vorab mit dem mongolischen Hauptzollamt.
- Bargeld. Fremdwährungen darfst du unbegrenzt einführen, musst sie aber deklarieren; ausführen darfst du dann bis zur Höhe des deklarierten Betrags. Die Ein- und Ausfuhr von Tugrik ist verboten. Und ein praktischer Hinweis: 500- und 200-Euro-Scheine werden wegen Häufung von Betrugsfällen häufig abgelehnt, beschädigte Scheine bekommen einen schlechteren Kurs.
Und trag dich vor der Abreise in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts ein. Das ist kostenlos und sorgt dafür, dass die Deutsche Botschaft in Ulan Bator dich im Notfall erreichen kann. Ein aktueller Hinweis noch: Derzeit gibt es in der Mongolei Engpässe bei der Treibstoffversorgung, was Straßen- und Flugverkehr beeinträchtigen kann — vor der Abreise lohnt ein Blick in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
Häufige Fragen zum Visum für die Mongolei
Brauchen Deutsche ein Visum für die Mongolei?
Nein, nicht für einen kurzfristigen Besuchs- oder Geschäftsaufenthalt von höchstens 30 Tagen. Der Reisepass reicht. Erst für längere Aufenthalte oder andere Reisezwecke wie Arbeit oder Studium brauchst du ein Visum, das du bei jeder mongolischen Botschaft beantragen kannst.
Reicht der Personalausweis für die Einreise in die Mongolei?
Nein. Weder der Personalausweis noch der vorläufige Personalausweis werden akzeptiert. Du brauchst einen Reisepass, einen vorläufigen Reisepass oder einen Kinderreisepass, und das Dokument muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.
Muss ich mich in der Mongolei registrieren?
Hotels und private Gastgeber sind verpflichtet, ihre Gäste innerhalb von 48 Stunden nach dem Einchecken zu registrieren. Wenn du privat unterkommst, solltest du das gleich zu Beginn mit deinem Gastgeber klären.
Brauche ich für die Transmongolische Eisenbahn auch ein russisches und ein chinesisches Visum?
Ja, und beide musst du vor der Abreise besorgen. Nach chinesischem Recht muss der Visumantrag im Land der Staatsangehörigkeit oder des gewöhnlichen Aufenthalts gestellt werden, deshalb bekommst du bei der chinesischen Botschaft in Ulan Bator kein Visum. Die russischen Konsularstellen in Ulan Bator stellen Ausländern ohne Wohnsitz in der Mongolei ebenfalls keine Einreisevisa mehr aus.
Über welche Grenzübergänge dürfen Ausländer zwischen der Mongolei und Russland reisen?
Per Zug über Sukhbaatar sowie auf dem Landweg über Altanbulag/Khiagt, Tsagaan-Nuur/Taschanta, Ereentsav/Solowjowsk, Borshoo/Khandgait und Khankh/Mondy. Die Öffnungszeiten sind begrenzt und können sich kurzfristig ändern, etwa an Feiertagen oder bei schlechtem Wetter.

