Ich mache mit den Reiseberichten weiter. Heute ist Iñaki an der Reihe, ein Leser aus Bilbao, in Spanien, der im Juni 2026 mit seiner Partnerin nach Sankt Petersburg und Moskau gereist ist, mit eVisa. Sein Bericht gehört zu den praktischsten, die ich bekommen habe: Er erzählt Schritt für Schritt, wie er die eSIM, die Hotels, den Zug zwischen den beiden Städten und die russische Karte gelöst hat und —das Interessanteste— wie sie sich Geld überwiesen haben, als ihnen das Bargeld ausging.
Was jetzt folgt, ist Iñakis Bericht, mit seinen eigenen Tipps und Fotos. Danke, Iñaki, dass du ihn geteilt hast.
Wie wir eingereist sind: eVisa in 4 Tagen und Flug mit Pegasus über Istanbul
Wir haben die Reise mit dem eVisa gemacht, das wir in 4 Tagen problemlos bekommen haben. Wir sind zu zweit mit Pegasus Airlines von Bilbao nach Sankt Petersburg geflogen, mit Zwischenstopp in Istanbul. Der Flug verlief ganz normal.
Anmerkung von Irena: Falls du das elektronische Visum noch nicht hast, erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du es beantragst, im Leitfaden zum russischen eVisa.
Die Yesim-eSIM, fast schon bei der Landung einsatzbereit
Vor der Reise haben wir die Yesim-eSIM gekauft. Wir konnten sie praktisch bei der Landung aktivieren, indem wir dem Link folgten, den wir per SMS erhielten, mit den in der Anleitung enthaltenen Anweisungen.
Anmerkung von Irena: Das ist die Yesim-eSIM, die Iñaki nutzt, und hier findest du den Vergleich der eSIMs, die in Russland funktionieren, falls du alle Optionen sehen möchtest.
Hotels über Ostrovok: die Karte ging nicht durch, wir haben bar bezahlt
Die Hotelbuchungen in Sankt Petersburg und Moskau haben wir über Ostrovok gemacht. Nach mehreren Versuchen ist es uns nicht gelungen, die Zahlung mit Karte abzuschließen, also mussten wir mit der Option Barzahlung buchen.
Mit dem Zug von Sankt Petersburg nach Moskau
Die Zugfahrt zwischen Sankt Petersburg und Moskau haben wir mit Russiantrain organisiert. Die Erfahrung war ausgezeichnet: Wir haben die Tickets online gekauft, sie sofort in elektronischer Form erhalten und konnten ohne Probleme in den Zug einsteigen.
Anmerkung von Irena: Wie man die Tickets aus dem Ausland kauft, erkläre ich im Leitfaden wie man trotz Sanktionen Zugtickets in Russland kauft.
Die T-Bank-Karte (und eine russische SIM) am Flughafen
Für die T-Bank-Debitkarte hatten wir uns zunächst mit einem Mitarbeiter im Hotel verabredet, aber er tauchte nicht auf (wahrscheinlich wegen eines Fehlers im Antrag). Schließlich beschlossen wir, zum Flughafen zu fahren, wo wir die Karte problemlos erhielten, allerdings nach über zwei Stunden Wartezeit. Dort gaben sie uns auch eine zugehörige russische SIM.
Wenn das Bargeld knapp wird: uns Geld schicken mit SendNOW und der VPN-Ärger
Was das Geld angeht, hatten wir ziemlich viel Bargeld für Hotels und Ausgaben dabei, aber es reichte nicht. Wir haben die App SendNOW genutzt, um uns Geld zu schicken, und dieser Punkt kann einer der größten Nachteile der Reise sein.
In meinem Fall nutze ich ProtonVPN und habe Tailscale zu Hause eingerichtet. SendNOW funktionierte nur mit VPN, aber ProtonVPN fiel manchmal aus. Tailscale funktionierte besser, auch wenn sich die Internetverbindung manchmal auf russische Dienste (wie Yandex Go) beschränkte, was die Überweisungen erschwerte. Trotz dieser Probleme konnten wir alle nötigen Transaktionen durchführen. Wahrscheinlich lagen diese Unterbrechungen an den Drohnenangriffen, die in jenen Tagen in Sankt Petersburg und Moskau stattfanden.
Sicherheit und Atmosphäre: völlige Normalität
Aus Sicht der Sicherheit und des Tourismus hatten wir keinerlei Probleme. Wir konnten alles besichtigen, was wir wollten, und der Gesamteindruck war der völliger Normalität und Sicherheit. Von europäischem Tourismus war nichts zu sehen, dafür aber eine deutliche Präsenz von Besuchern aus China, Vietnam und Indien.
Was ich aus Iñakis Bericht mitnehme
So weit Iñakis Bericht. Ich nehme eine Handvoll sehr konkreter Tipps mit: Kauf die eSIM vor der Abreise, damit sie bei der Landung bereit ist; rechne bei der Buchung auf Ostrovok mit der Option Barzahlung, falls die Karte nicht durchgeht; das Ticket für den Zug zwischen Sankt Petersburg und Moskau kauft man online ohne Komplikationen; die T-Bank-Karte kann man direkt am Flughafen abholen (mit Geduld, denn es gibt Wartezeit); und nimm reichlich Bargeld mit, aber halte einen Plan B bereit, um dir Geld zu schicken —mit VPN—, falls es knapp wird. Und ein Gedanke, der in fast allen Berichten wiederkehrt: Das Gefühl vor Ort ist das völliger Normalität und Sicherheit.
Warst du kürzlich in Russland und möchtest deine Erfahrung teilen? Schreib mir mit deinem Bericht und deinen Fotos, und ich veröffentliche ihn in dieser Rubrik, unter deinem Namen oder anonym, ganz wie du möchtest. Berichte wie der von Iñaki sind es, die denen wirklich helfen, die ihre Reise planen.






