Dieser Leser aus Rostock war im Juni und Juli 2026 in Moskau — in einer Stadt, in der er vor 45 Jahren schon einmal gelebt hat, sodass es für ihn keine Sprachprobleme gab. Er möchte anonym bleiben, hat aber einen der praktischsten Berichte geschrieben, die ich bekommen habe: eVisum in drei Werktagen, drei Minuten Grenzkontrolle in Wnukowo, druckfrische Dollarscheine von der Reisebank und eine MIR-Karte von YooMoney, die er am Geldautomaten der Sberbank aufgeladen hat.
Vor allem aber beschreibt er genau, was viele Reisende überrascht: seine eSIM ließ sich aktivieren, gab aber erst 24 Stunden nach der Ankunft eine Verbindung frei — ohne jede Vorwarnung. Wer mehr zum Thema Geld lesen will, dem empfehle ich dazu Philippes Bericht, dem die Hälfte seiner Euroscheine abgelehnt wurde.
Was folgt, ist sein eigener Bericht, mit seinen Tipps und seinem Foto. Er hat darum gebeten, anonym zu bleiben. Vielen Dank dafür, dass er ihn geteilt hat.
Die Reise auf einen Blick
| Reisender | Ein Leser aus Rostock, anonym |
| Wann | Juni/Juli 2026 |
| Wo | Moskau |
| Einreise | eVisum, in drei Werktagen erteilt |
| Anreise | Berlin – Istanbul – Moskau mit Turkish Airlines (nicht empfehlenswert); nächstes Mal über Belgrad mit Air Serbia |
| Grenzkontrolle | Drei Minuten in Moskau-Wnukowo |
| Geld | US-Dollar in neuen Scheinen von der Reisebank, plus MIR-Karte von YooMoney, am Sberbank-Automaten aufgeladen |
| Internet | eSIM von HolaFly: erst 24 Stunden nach der Ankunft nutzbar, kein Zugang zum WLAN der Metro |
| Sprache | Keine Probleme — er hat vor 45 Jahren in Moskau gelebt |
Das eVisum lag nach drei Werktagen im Postfach
Ich habe mich frühzeitig um ein eVisum gekümmert, das bereits nach drei Werktagen in meinem Posteingang lag.
Warum ich den Umstieg in Istanbul nicht empfehle
Für die An- und Abreise von Berlin nach Moskau habe ich die Flugverbindung mit Turkish Airlines über Istanbul gewählt. Das kann ich jedoch nicht empfehlen. Das Flughafenpersonal in Istanbul war sehr unfreundlich, auch wurden alle Passagiere meines Fluges von Moskau kommend noch einmal durch die Sicherheitskontrolle gezwungen. Die inzwischen gekauften Getränke (500-ml-Flaschen) mussten entsorgt und anschließend neu gekauft werden! Von den unverschämten Preisen auf dem Flughafen Istanbul brauche ich gar nicht erst anfangen …
Drei Minuten Kontrolle in Wnukowo
Umso freundlicher war die Personenkontrolle auf dem Flughafen Moskau-Wnukowo. Ich wollte gerade mein eVisum auf dem Handy herauskramen, da winkt der Beamte auch schon ab: Kaum hatte er meinen Reisepass in den Händen, erschien mein Visum schon auf seinem Bildschirm. Das nenne ich mal eGovernment, das auch funktioniert. Die Kontrolle hat drei Minuten gedauert.

Die MIR-Karte kam an — aufladen ging in Deutschland aber nicht mehr
Zum Bezahlen von Waren und Dienstleistungen in Moskau hatte ich mir vorab eine MIR-Karte bei YooMoney bestellt, die drei Wochen nach Bestellung in Deutschland ankam, jedoch aufgrund der Sanktionen nicht mehr in Deutschland mit Rubeln aufgeladen werden konnte.
Ich entschied mich für die Mitnahme von US-Dollar in neuen Scheinen, die ich bei der Reisebank erhielt. Ich habe angegeben, nach Russland reisen zu wollen, und erhielt absolut druckfrische Banknoten. Der Umtausch in Rubel war also kein Problem. Am Geldautomaten der Sberbank zahlte ich einen Teil der Rubel sofort auf die MIR-Karte ein und war damit in der Lage, sowohl elektronisch als auch bar zu zahlen.
Die eSIM funktionierte erst nach 24 Stunden
Probleme gab es hingegen mit meiner eSIM von HolaFly. Sie ließ sich zwar aktivieren, gab aber erst 24 Stunden nach meiner Ankunft in Moskau eine Mobilfunkverbindung frei. Eine Information über diese Verzögerung erhielt ich nie. Telegram und WhatsApp waren nicht erreichbar! Auch hatte meine eSIM keine Möglichkeit, sich in das kostenlose WLAN der Moskauer Metro einzuloggen. Das war definitiv ein Nachteil.
25 Minuten für den Rücktausch bei der Sberbank
Da ich vor 45 Jahren mal in Moskau gelebt hatte, gab es für mich keine Sprachprobleme. Das war vor allem beim Rücktausch übrig gebliebener Rubel-Scheine in US-Dollar bei der Sberbank-Filiale an der Metrostation Twerskaja von Nutzen.
Die Angestellte hinter dem Schalter nahm umständlich alle Daten des Passes und der Einreisekarte auf und wartete dann ewig auf eine Rückmeldung (vermutlich des FSB), bevor sie dann noch eine zweite Angestellte hinzuzog, die ihre Angaben noch einmal überprüfen musste und sie mit einem persönlichen Chip freigab, den sie an ein Lesegerät hielt. Die ganze Prozedur dauerte 25 Minuten! Ich kannte diese Art der russischen Gründlichkeit schon aus der UdSSR und habe mich innerlich amüsiert. Denn freundlich waren die Damen über die gesamte Zeit, die wir „gemeinsam verbrachten“.
Was ich vor der Reise gerne gewusst hätte
Die eSIM funktioniert in den ersten 24 Stunden nicht. Offenbar hat auch hier der FSB noch ein Wort mitzureden. Danach ist der Empfang aber unterwegs absolut stabil. Öffentliche WLAN-Netze bleiben für ausländische eSIM gesperrt.
Das nächste Mal werde ich von Berlin über Belgrad mit Air Serbia fliegen und meine Erfahrungen dann gerne hier wieder teilen.
Warst du kürzlich in Russland und möchtest deine Erfahrung teilen? Erzähl mir hier von deiner Reise, und ich veröffentliche sie in dieser Rubrik — mit deinem Namen oder anonym, ganz wie du willst. Es sind Berichte wie dieser, die denen wirklich helfen, die ihre eigene Reise planen.






