Seit 2022 funktionieren Visa-, Mastercard-, Maestro-, JCB- und American-Express-Karten, die außerhalb Russlands ausgestellt wurden, im Land nicht mehr: weder zum Bezahlen im Geschäft noch zum Abheben am Geldautomaten. Heute hast du drei echte Möglichkeiten, in Russland zu bezahlen: Bargeld mitnehmen, vor der Reise eine MIR-Karte von YooMoney beantragen, die dir per Post nach Hause geschickt wird, oder vor Ort eine russische Karte (T-Bank) eröffnen. Pay in Russia, bis August 2026 der bequemste Weg, nimmt keine europäischen Karten mehr an, und auf chinesische UnionPay-Karten ist auch kein Verlass.
Das ist Schritt 7 meines Leitfadens, um deine Reise nach Russland in 10 Schritten zu planen. Dort findest du alles Weitere der Reihe nach.
Wenn du es kurz haben willst: Für eine kurze Reise ist es am einfachsten, Bargeld in tadellosen Scheinen mitzunehmen und vor Ort zu wechseln. Wenn du lieber schon mit einer funktionierenden Karte ankommen willst, beantrage rechtzeitig die MIR-Karte von YooMoney, die dir in ein paar Wochen per Post geschickt wird. Für einen längeren Aufenthalt, oder wenn du den besten Wechselkurs suchst, bleibt die Karte von T-Bank die beste Wahl, die du erst in Russland bekommst. Und Vorsicht bei Pay in Russia: Mit Visa oder Mastercard lässt sich die Karte nicht mehr aufladen. Unten erkläre ich dir jede Option im Detail, mit aktuellen Informationen.

1. In Russland musst du in Rubel bezahlen
Das Erste, was du wissen musst: Egal ob du bar oder mit Karte zahlst, in Russland darf man rechtlich nur in Rubel bezahlen. Weder Euro noch Dollar noch irgendeine andere Fremdwährung werden in Geschäften, Hotels oder Restaurants als Zahlungsmittel akzeptiert. In Rubel zu zahlen ist Pflicht, ohne Ausnahme.
Das heißt, dass du als ausländischer Reisender dein Geld irgendwann während der Reise in Rubel umtauschen musst – entweder indem du Bargeld wechselst oder indem du eine Karte auflädst, die im russischen System funktioniert. Und in der Praxis hat die Art, wie du dein Geld in Rubel umwandelst, großen Einfluss auf die Gesamtkosten deiner Reise: Zwischen der schlechtesten und der besten Methode liegen locker 10 Prozent.
In den letzten Jahren hat der Rubel gegenüber Euro und Dollar stark geschwankt. Jenseits des „offiziellen“ Wechselkurses zählt für dich deshalb vor allem, welche Zahlungsmethode du nutzt und zu welchem Zeitpunkt du dein Geld in Rubel umtauschst. Bargeld bei einer russischen Bank wechseln, eine russische Karte erst vor Ort aufladen oder Guthaben aus dem Ausland über einen Vermittler aufladen – das sind drei sehr unterschiedliche Dinge.
Denk außerdem daran, dass nach den internationalen Sanktionen Visa-, Mastercard-, Maestro-, JCB- und American-Express-Karten, die außerhalb Russlands ausgestellt wurden, im Land nicht funktionieren. Karten russischer Banken dagegen funktionieren völlig normal weiter, allerdings fast immer nur innerhalb Russlands.
Die Informationen in diesem Beitrag basieren auf offiziellen Quellen, auf den echten Erfahrungen von Reisenden, die mir schreiben, und auf meinen eigenen Erfahrungen mit jeder dieser Optionen.
2. Die Optionen, um heute in Russland zu bezahlen (und die, die nicht mehr taugen)
Vor den Sanktionen war Bezahlen in Russland einfach: Du nutztest eine ausländische Visa- oder Mastercard, hobst an jedem Geldautomaten Geld ab oder verwendetest PayPal, Revolut oder Wise. Für Reisende funktionierte Russland wie jedes andere europäische Reiseziel.
Diese Situation hat sich komplett geändert. Heute funktionieren außerhalb Russlands ausgestellte Karten im Land nicht mehr, weder zum Bezahlen in Geschäften noch zum Abheben von Bargeld. Auch die großen westlichen Finanzdienste sind dort nicht mehr aktiv, ebenso wenig die üblichen mobilen Bezahlsysteme.
Trotzdem ist eine Reise nach Russland weiterhin problemlos machbar, solange du weißt, welche Alternativen es wirklich gibt. Das Problem ist, dass viele der Optionen, die im Internet noch genannt werden, gar nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt funktionieren, und manche ändern sich von einem Monat auf den anderen, wie es bei Pay in Russia passiert ist.
Ich gehe sie der Reihe nach durch, vom praktischsten zum am wenigsten nützlichen, genau so, wie ich sie heute einem Freund empfehlen würde, der demnächst reist.
Option 1. Nimm Bargeld mit
Bargeld mitzunehmen ist bis heute die sicherste und in vielen Fällen unverzichtbare Option. Die meisten Reisenden entscheiden sich dafür, Euro oder Dollar mitzunehmen und sie vor Ort in Rubel zu wechseln, vor allem bei kurzen Reisen oder wenn sie sich keine Formalitäten antun wollen.
Die allgemeine Empfehlung lautet, das Geld direkt in Russland zu wechseln, weil der Kurs dort normalerweise besser ist als im Ausland und es in Moskau, Sankt Petersburg und den regionalen Hauptstädten jede Menge Banken und Wechselstuben gibt. Rubel vor der Reise zu kaufen lohnt sich nur, um einen kleinen Startbetrag für die ersten Ausgaben zu haben (Taxi, Essen oder Einkäufe am Flughafen).
Wenn du dich für Bargeld entscheidest, beachte diese Punkte:
- Du darfst mit bis zu 10.000 US-Dollar in bar (oder dem Gegenwert) nach Russland einreisen, ohne es anmelden zu müssen. Die Grenze gilt pro Person. Bei mehr musst du es bei der Einreise beim Zoll deklarieren.
- Die Scheine müssen tadellos sein. Das ist das Problem, wegen dem mir Reisende am häufigsten schreiben: Russische Banken lehnen Scheine wegen einer geknickten Ecke, eines Flecks oder einer älteren Serie ab, und manche Leute konnten am Ende ein Drittel von dem, was sie dabeihatten, nicht wechseln. Dazu kommt, dass sie ab 40.000 Rubel pro Vorgang deinen Reisepass verlangen. Alles dazu erkläre ich hier: warum russische Banken deine Geldscheine ablehnen (und wie viel du auf einmal wechseln kannst).
- Der Wechselkurs unterscheidet sich deutlich von Anbieter zu Anbieter. Kleinere Banken und manche Wechselstuben in Einkaufszentren bieten in der Regel bessere Konditionen als die Schalter am Flughafen oder die im Touristenzentrum. Es gibt Webseiten, die die Kurse der einzelnen Banken veröffentlichen, so kannst du die mit dem besten Kurs auswählen.
- Wechsle keine großen Beträge am Flughafen, dort ist der Kurs meist schlechter. Tausch dort nur so viel, wie du für die ersten Ausgaben brauchst.
Bargeld funktioniert gut, hat aber seine Grenzen: Du musst ziemlich viel Geld am Körper tragen, mit dem Risiko von Verlust oder Diebstahl, und für Zahlungen im Internet (Zugtickets, Museen, Wohnungen) taugt es nicht. Mein Rat: Kombiniere es mit einer MIR-Karte, wenn du eine bekommen kannst.
Vorteile: einfach und volle Kontrolle über die Ausgaben; du bist nicht von Karten oder Apps abhängig.
Nachteile: Risiko von Verlust oder Diebstahl, abgelehnte Scheine in schlechtem Zustand und keine Online-Zahlungen.

Option 2. MIR-Karte von YooMoney vor der Reise (sie kommt per Post)
Wenn du mit einer bereits funktionierenden Karte in Russland ankommen willst, bleibt heute die MIR-Karte von YooMoney. YooMoney ist ein russischer Finanzdienst (aus der Sberbank-Gruppe), der dir ein elektronisches Wallet mit einer virtuellen MIR-Karte eröffnet und dir außerdem die physische Karte per Post in dein Land schickt.
So habe ich es von Spanien aus gemacht:
- Registrierung auf der YooMoney-Website mit deiner ausländischen Handynummer und einer E-Mail-Adresse. Eine russische Nummer brauchst du nicht.
- Verifizierung aus der Ferne mit Selfie und Reisepass in der App. Damit steigt das Limit auf 500.000 Rubel.
- Wallet aufladen, um die 799 Rubel für den Versand der Karte zu bezahlen.
- Physische Karte bestellen mit deiner Postanschrift. Bei mir kam sie nach 16 Tagen an; YooMoney spricht von 2 bis 6 Wochen, also bestell sie mit genügend Vorlauf.
Damit bezahlst du in Geschäften, im Internet und kontaktlos, und du kannst am Automaten Rubel abheben, was keine virtuelle Karte kann. Sie hat aber ihre Schwächen, und die solltest du kennen:
- Sie lässt sich nicht aus jedem Land eröffnen. Die Registrierung hängt von deiner Telefonnummer und deinem Wohnsitzland ab, und aus manchen Ländern kommt man nicht durch die Anmeldung.
- Die Verifizierung kann haken. Die SMS kommt bei ausländischen Nummern manchmal nicht an, und der Passscan hat bei mir mehrere Versuche gebraucht.
- Das Aufladen aus dem Ausland klappt nicht immer. Ich konnte mit einer Visa aufladen, aber nicht mit einer Mastercard oder einer UnionPay, und der Wechselkurs ist nicht besonders gut. Wenn deine Karte nicht durchgeht, bleibt ein Exchanger, was einen Schritt und eine Gebühr mehr bedeutet. Alles dazu erkläre ich im Artikel.
Wenn du vor der Reise genug Zeit hast, lohnt sich der Versuch: Den kompletten Ablauf mit Screenshots von jedem Schritt erkläre ich in MIR-Karte von YooMoney: So bekommst du sie als Ausländer.
Vorteile: Du bekommst sie, ohne nach Russland zu reisen, es ist eine physische MIR-Karte, du kannst Bargeld abheben, und vor Ort lässt sie sich bar aufladen.
Nachteile: Der Versand dauert Wochen, sie lässt sich nicht aus jedem Land eröffnen, und das Aufladen mit ausländischer Karte klappt nur manchmal.

Option 3. Eine MIR-Karte direkt in Russland eröffnen (T-Bank)
Für längere Aufenthalte, häufige Reisen oder wenn du den bestmöglichen Wechselkurs suchst, ist die umfassendste Lösung nach wie vor, ein russisches Bankkonto samt Karte zu eröffnen, sobald du in Russland bist – eingebunden ins MIR-System.
Hier geht es um ein echtes Bankkonto. Die Karte lässt sich innerhalb des Landes ohne Einschränkungen nutzen und erlaubt Zahlungen und Bargeldabhebungen am Automaten mit sehr niedrigen oder gar keinen Gebühren. Dazu kommt der günstigste Wechselkurs, wenn du Euro oder Dollar direkt in Russland einzahlst.
Von allen russischen Banken ist die, die ich ohne Zögern empfehle, T-Bank (früher Tinkoff), und zwar aus zwei Gründen:
- Es ist mit Abstand der einfachste Ablauf. T-Bank ist eine zu 100 Prozent digitale Bank ohne Filialen: Du füllst den Antrag online vor der Reise aus, und sobald du in Russland bist, bringt dir ein Mitarbeiter die Karte dorthin, wo du es sagst – ins Hotel, in eine Wohnung oder ins Café. Du musst in keine Filiale und dich nirgends anstellen.
- Beim selben Termin bekommst du auch die russische SIM-Karte. Über den hauseigenen Anbieter T-Mobile kann der Mitarbeiter dir SNILS (die russische Sozialversicherungsnummer), das Gosuslugi-Konto, die biometrische Registrierung und die SIM-Aktivierung erledigen, alles in rund 30 Minuten. Verfügbar ist das in Moskau, Sankt Petersburg, Kasan und Wladimir, und es kommen laufend Städte dazu. Wenn du längere Zeit in Russland verbringst, macht dir eine russische Nummer das Leben enorm leichter.
Weitere von Ausländern genutzte Banken sind Sberbank und Raiffeisen Bank, aber in beiden Fällen musst du persönlich in eine Filiale und der Vorgang dauert deutlich länger.
Verlangt werden normalerweise:
- Reisepass,
- Visum (falls erforderlich),
- Migrationskarte,
- und in manchen Fällen eine russische Telefonnummer.
Der größte Nachteil ist, dass du sie nicht vor der Ankunft fertig haben kannst: Der Antrag startet online, die Karte wird aber erst in Russland übergeben. Und um Geld aufs Konto zu bekommen, musst du Bargeld (Euro oder Dollar) mitnehmen und dort wechseln, das will also gut organisiert sein.
Deshalb lohnt sich das für eine Reise von vier oder fünf Tagen meist nicht, wohl aber für längere Aufenthalte, wiederkehrende Reisen oder wenn du den besten Wechselkurs willst und am Automaten Bargeld abheben möchtest. Den kompletten Ablauf erkläre ich hier: wie du als Ausländer Schritt für Schritt eine T-Bank-Karte in Russland bekommst.
Ein netter Zusatz: Mit einer russischen Karte kannst du Mir Pay nutzen und mit dem Handy bezahlen, ohne die physische Karte dabeizuhaben (nur unter Android).
Vorteile: der beste Wechselkurs, niedrige Gebühren, Bargeldabhebung und uneingeschränkte Nutzung im Land. Bei T-Bank ist obendrein die russische SIM erledigt.
Nachteile: Du kannst sie erst in Russland abschließen und musst Bargeld mitbringen, um das Konto zu füllen.


Option 4. Pay in Russia: warum es für die meisten keine Option mehr ist
Bis zum Sommer 2026 war das der Weg, den ich für eine kurze Reise empfohlen habe: Pay in Russia ist eine virtuelle Prepaidkarte des russischen Systems, die du in zwei Minuten von zu Hause aus eröffnest, ohne russische SIM, und die sich mit deiner Visa oder Mastercard aufladen ließ.
Seit August 2026 lässt sie sich nicht mehr mit Visa oder Mastercard aufladen, auch nicht mit Apple Pay oder Google Pay. Übrig bleibt Folgendes:
- Die nicht verifizierte Karte lässt sich nur mit chinesischen Methoden aufladen: WeChat und Alipay (chinesische Staatsbürger) oder Alipay HK (Hongkong).
- Die verifizierte Karte, die du auch mit deutschem Pass beantragen kannst, nimmt diese Methoden an und zusätzlich USDT (Kryptowährung), mit einem Limit von 600.000 Rubel und einem Jahr Gültigkeit.
Für Reisende aus Deutschland taugt sie also nur, wenn du bereit bist, USDT auf einer Börse zu kaufen und über das richtige Netzwerk zu verschicken. Das funktioniert, ist aber nicht die Lösung, die ich den meisten empfehlen würde. Wenn du dich ohnehin mit Kryptowährungen auskennst, erkläre ich dir im Leitfaden zu Pay in Russia, wie es geht.
Vorteile: in Minuten von zu Hause aus eröffnet, keine russische SIM nötig, und mit USDT ist der Kurs sehr gut.
Nachteile: kein Aufladen mehr mit europäischen Karten, keine Bargeldabhebung, und die nicht verifizierte Version taugt nur mit chinesischen Methoden.

Option 5. UnionPay-Karten: warum sie keine verlässliche Lösung mehr sind
Nach dem Rückzug von Visa und Mastercard aus dem russischen Markt galten UnionPay-Karten, das chinesische Zahlungssystem, eine Zeit lang als die große Alternative für ausländische Reisende. Da es sich um ein System außerhalb der westlichen Sanktionen handelt, konnte man damit auf dem Papier in Russland bezahlen und in bestimmten Geschäften und an bestimmten Automaten Bargeld abheben.
Die heutige Realität sieht ganz anders aus. UnionPay existiert zwar weiter und ist in Russland präsent, aber die meisten außerhalb des Landes ausgestellten UnionPay-Karten funktionieren nicht mehr oder nur sehr unzuverlässig. Das hängt von der ausgebenden Bank, dem Herkunftsland und dem Kartentyp ab, weshalb viele Reisende auf abgelehnte Zahlungen stoßen oder kein Geld abheben können – selbst bei Banken, die damit werben, sie zu akzeptieren.
Dazu kommt, dass es immer schwieriger wird, außerhalb Russlands überhaupt eine UnionPay-Karte zu bekommen. In vielen Ländern werden sie gar nicht mehr ausgegeben, und wo es sie noch gibt, sind sie mit hohen Kosten und monatlichen Gebühren verbunden – ohne jede Garantie, dass sie vor Ort funktionieren.
Aus Erfahrung: Etliche Leute kommen in Russland an und verlassen sich auf UnionPay, nur um vor Ort festzustellen, dass die Karte nicht funktioniert. Deshalb sage ich es klar: Ich empfehle sie nicht. Sie mag im Einzelfall funktionieren, aber darauf baut man keine Reise auf.
Vorteile: theoretisch kannst du damit bezahlen, ohne ausschließlich auf Bargeld angewiesen zu sein.
Nachteile: unberechenbar, schwer zu bekommen und teuer in den Gebühren, ohne Garantien.

Planst du die ganze Reise, nicht nur das Bezahlen?
Alles an einem Ort: Visa, Grenzen, Züge, Apps und was zu tun ist, wenn eine davon nicht mehr funktioniert, dazu fertige Routen für Moskau und Sankt Petersburg. Ich aktualisiere ihn jedes Mal, wenn sich in Russland etwas ändert.
Lies ihn auf dem Handy oder am Rechner: PDF, ePub und Web-Version. Einmal zahlen, künftige Updates inklusive.
Ansehen, was drin ist3. Und wenn ich nur Geld an Familie oder Freunde in Russland schicken will?
Nicht jeder braucht eine Karte, um in Russland zu bezahlen. Viele suchen einfach einen Weg, Geld an Familie oder Freunde zu schicken, die dort leben – und das ist seit der Aussetzung der meisten westlichen Finanzdienste deutlich komplizierter geworden.
Dienste wie PayPal, Wise oder Revolut erlauben keine Überweisungen nach Russland, sie fallen also weg. Trotzdem gibt es Alternativen, die weiterhin funktionieren und internationale Überweisungen ins Land ermöglichen.
Einer der Dienste, mit denen sich derzeit Geld nach Russland senden lässt, ist SendNOW. Solche Plattformen richten sich genau an Leute, die nicht nach Russland reisen und keine Karte brauchen, sondern schlicht Geld aus dem Ausland schicken wollen, damit der Empfänger es dort erhält.
Nützlich ist das zum Beispiel, um:
- Familienangehörige finanziell zu unterstützen,
- Freunden Geld zu schicken,
- oder gelegentliche Überweisungen zu machen, ohne zu reisen oder ein russisches Bankkonto zu eröffnen.
In diesem Artikel gehe ich alle Alternativen durch, die es im Moment gibt, und welche bei mir am besten funktioniert hat: Wie man Geld nach Russland sendet (meine persönlichen Erfahrungen).
Denk daran, dass Geldsenden dir nicht dabei hilft, als Tourist in Geschäften zu bezahlen. Es ist aber die richtige Lösung, wenn dein einziges Ziel darin besteht, Geld zu jemandem zu bringen, der in Russland lebt.
4. Welche Option passt zu deiner Reise?
Nachdem wir alle Alternativen durchgegangen sind: Die beste Art, in Russland zu bezahlen, hängt von der Art deiner Reise ab und davon, wie viel Zeit du bis zur Abreise hast. In jedem Fall ist Bargeld die Basis.
Wenn du für ein paar Tage reist und es unkompliziert halten willst, nimm Bargeld in tadellosen Scheinen mit und wechsle es vor Ort. Wenn du außerdem schon vor der Reise online bezahlen willst (Züge, Museen, Oper) oder nicht nur von Bargeld abhängen möchtest, beantrage mit mindestens einem Monat Vorlauf die MIR-Karte von YooMoney, die dir per Post nach Hause geschickt wird.
Wenn du mehrere Wochen unterwegs bist, häufig nach Russland reist oder den besten Wechselkurs willst, lohnt es sich am meisten, Bargeld mitzunehmen und vor Ort die Karte von T-Bank zu eröffnen. Das erfordert etwas mehr Organisation, gibt dir aber ein vollwertiges russisches Konto, niedrige Gebühren, Bargeldabhebungen am Automaten und, wenn du magst, eine russische SIM-Karte im selben Termin.
Wenn du chinesischer Staatsbürger bist, in Hongkong lebst oder ohnehin mit USDT arbeitest, ist Pay in Russia weiterhin ein schneller Weg, vor der Abreise eine virtuelle russische Karte zu haben.
5. Häufige Fragen zum Bezahlen in Russland
Kann ich in Russland mit meiner ausländischen Visa- oder Mastercard bezahlen?
Nein. Visa-, Mastercard-, Maestro-, JCB- und American-Express-Karten, die außerhalb Russlands ausgestellt wurden, funktionieren im Land weder zum Bezahlen in Geschäften noch zum Abheben am Geldautomaten. Es funktionieren ausschließlich Karten russischer Institute innerhalb des MIR-Systems.
Was ist die beste Option, um als Tourist in Russland zu bezahlen?
Für eine kurze Reise: Bargeld in tadellosen Scheinen mitnehmen und, wenn du Zeit hast, vorher die MIR-Karte von YooMoney beantragen, die per Post kommt. Für längere Aufenthalte, oder wenn du den besten Wechselkurs und Bargeldabhebungen willst, die Karte von T-Bank, die du erst in Russland bekommst. Ideal ist es, eine MIR-Karte mit Bargeld zu kombinieren.
Kann ich eine MIR-Karte bekommen, ohne nach Russland zu reisen?
Ja. Bei YooMoney kannst du dich aus der Ferne mit Reisepass und Selfie verifizieren, und die physische MIR-Karte wird dir per Post in dein Land geschickt. Das dauert 2 bis 6 Wochen, also beantrage sie mit Vorlauf.
Funktioniert Pay in Russia noch?
Die Karte lässt sich weiterhin eröffnen, aber seit August 2026 nicht mehr mit Visa oder Mastercard aufladen. Die nicht verifizierte Version nimmt nur WeChat, Alipay oder Alipay HK an, die verifizierte zusätzlich USDT. Für die meisten Reisenden aus Europa ist sie keine praktische Option mehr.
Kann ich in Russland Geld am Automaten abheben?
Nur mit einer Karte eines russischen Instituts, etwa der von T-Bank oder der physischen Karte von YooMoney. Ausländische Karten funktionieren an russischen Geldautomaten nicht, und mit der virtuellen Karte von Pay in Russia lässt sich ebenfalls kein Bargeld abheben.
Funktionieren Apple Pay oder Google Pay in Russland?
Nein. Apple Pay, Google Pay und die übrigen westlichen mobilen Bezahlsysteme funktionieren in Russland nicht, auch nicht mit einer ausländischen Karte verknüpft. Was funktioniert, ist Mir Pay, die russische Alternative, aber dafür brauchst du eine von einer russischen Bank ausgegebene MIR-Karte und ein Android-Handy.
Funktioniert UnionPay derzeit in Russland?
Theoretisch ist das chinesische System UnionPay in Russland weiterhin präsent, in der Praxis funktionieren die meisten außerhalb des Landes ausgestellten Karten aber nicht oder nur sehr unzuverlässig. Dazu wird es immer schwieriger und teurer, überhaupt eine zu bekommen. Darauf sollte man keine Reise aufbauen.
Ist es besser, Bargeld mitzunehmen oder eine Karte zu nutzen?
Am besten kombinierst du beides. Bargeld ist die Basis, aber damit kannst du nicht online bezahlen. Praktisch ist es, Bargeld in tadellosen Scheinen mitzunehmen und, wenn möglich, eine russische MIR-Karte.
Warum können meine Geldscheine beim Umtausch in Russland abgelehnt werden?
Russische Banken sind sehr streng beim äußeren Zustand der Scheine: Sie lehnen Noten mit geknickter Ecke, einem Fleck, einem Kugelschreiberstrich oder einer älteren Serie ab. Dazu verlangen sie ab 40.000 Rubel pro Vorgang den Reisepass, und viele Filialen wechseln nicht mehr als rund 400 Euro auf einmal.
Kann ich Geld nach Russland senden, ohne zu reisen oder eine Karte zu beantragen?
Ja. Wenn dein Ziel darin besteht, Geld an Familie oder Freunde in Russland zu schicken, gibt es spezielle Dienste für internationale Überweisungen ins Land. Zum Bezahlen in Geschäften als Tourist taugen sie allerdings nicht.
Kann ich in Russland mit Euro oder Dollar bezahlen?
Nein. In Russland darf man rechtlich nur in Rubel bezahlen, bar wie mit Karte. Euro oder Dollar müssen vorher umgetauscht werden.






