Der Katharinenpalast in der Stadt Puschkin ist neben Peterhof der zweite Pflichtausflug von Sankt Petersburg. Er liegt 25 km südlich, in dem, was früher Zarskoje Selo («Zarendorf») hieß, und ist eine der spektakulärsten Sommerresidenzen der Romanows. Das Highlight: die 300 Meter lange blau-weiße Barockfassade von Rastrelli, die 32 vergoldeten Säle der Goldenen Enfilade und vor allem das legendäre Bernsteinzimmer.
In dieser Anleitung erzähle ich dir, was du sehen kannst, wie du hinkommst (mit Zug, Bus oder Taxi), was die Tickets 2026 kosten, wie du den Besuch organisierst, um keine Stunden in der Schlange zu verlieren, und wo du essen kannst. Sie ist darauf ausgelegt, einen halben oder ganzen Tag in Puschkin gut zu nutzen.
Praktische Daten auf einen Blick
- Entfernung von Sankt Petersburg: 25 km südlich, in der Stadt Puschkin (ehemals Zarskoje Selo).
- Empfohlene Zeit: mindestens ein halber Tag; ein ganzer Tag, wenn du den Alexanderpalast und die Parks hinzufügen möchtest.
- Beste Zeit: von Ende Mai bis Anfang September, wenn die Parks in voller Pracht stehen. Juni fällt mit den Weißen Nächten zusammen.
- Öffnungszeiten: Der Katharinenpalast hat Mittwoch bis Montag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet (letzter Einlass um 17:00 Uhr). Dienstags geschlossen, und von November bis Mitte April auch am letzten Montag jedes Monats.
- Eintritt für Ausländer: 2.200 ₽ für den Palast (inklusive Bernsteinzimmer und in der Hochsaison auch Katharinenpark). Kinder unter 7 Jahren haben freien Eintritt.
- Tickets im Voraus: nur 7 Tage vorher und sie sind personalisiert (mit deinem Namen und Reisepass). Die offizielle Website akzeptiert keine ausländischen Karten seit 2022.
- Geschlossen 2026: Lyoner Saal, Arabesken-Saal, private Gemächer Katharinas II. und Cameron-Galerie, in Restaurierung bis Juni.
- Sprache: Das Personal spricht kaum Englisch. Die Schilder sind fast alle auf Russisch. Bring einen Offline-Übersetzer mit oder buche eine Führung.
Was du im Katharinenpalast und im Park sehen kannst
Der Komplex heißt offiziell Staatliches Museum-Reservat «Zarskoje Selo» und umfasst 300 Hektar Gärten und zwei Paläste. Der Star ist der Katharinenpalast (auch Großer Palast genannt), aber drumherum gibt es viel mehr: den Katharinenpark mit seinen Pavillons, den Alexanderpalast im Norden, den Alexanderpark und außerhalb des Geländes das berühmte Lyzeum, an dem der Dichter Puschkin studierte. Bevor ich mich dem Palast widme, hier eine Karte mit den wichtigsten Punkten zur Orientierung:
Interaktive Karte des Komplexes von Zarskoje Selo: Ziehen, zoomen und auf jeden Marker klicken für Details.
Der Palast: die Goldene Enfilade und ihre Säle
Der Katharinenpalast ist ein Rokokogebäude mit einer 300 Meter langen Fassade, das Katharina I. 1717 in Auftrag gab und das Kaiserin Elisabeth dreißig Jahre später mit einem gewaltigen Auftrag an Bartolomeo Rastrelli umgestalten ließ – derselbe Architekt wie beim Winterpalast der Eremitage. Für Zahlenfans: Die Vergoldung der Fassade und der Dachstatuen verschlang über 100 Kilo Gold. Als Katharina die Große an die Macht kam, war sie entsetzt über so viel Überschwang und holte den Schotten Charles Cameron, um schlichtere klassizistische Innenräume hinzuzufügen. Diese Mischung aus Barock und Klassizismus siehst du heute.
Von den ursprünglich 58 Sälen zerstörten die Nazis während der Besatzung 1941–1944 fast alle. Was du heute siehst, ist ein minutiöser Wiederaufbau, der weiterhin andauert: 32 Säle wurden vollständig restauriert und an anderen wird noch gearbeitet. Der Standardrundgang (Rundgang 1) führt durch die Goldene Enfilade, eine Saalflucht, die durch den gesamten Palast zieht und die beeindruckendsten Räume umfasst:
- Haupttreppe: Der Eingang allein ist schon ein Schauspiel. Weißer Marmor, neu gestaltet von Ippolit Monighetti im Rokokostil im späten 19. Jahrhundert. Sie empfängt dich mit chinesischen Vasen aus dem 18. Jahrhundert und einer bemalten Decke.
- Großer Saal (Светлая галерея): der größte Saal des Palastes, 800 m² Spiegel, vergoldete Säulen und Fenster über zwei Etagen. Hier fanden die Bälle Elisabeths und die großen Bankette Katharinas der Großen statt. An der Decke prangt das Fresko «Triumph Russlands», das nach dem Krieg restauriert wurde.
- Kavaliers-Speisesaal: ein intimer Raum, in dem ein originales Tafelservice aus dem späten 18. Jahrhundert erhalten ist, hergestellt in einer der ersten Porzellanmanufakturen des Russischen Reiches.
- Weißer Speisesaal, Karmesinroter Pilastersaal und Grüner Pilastersaal: drei kleine dekorative Säle in Folge, jeder mit einer dominanten Farbe.
- Porträtsaal: mit kaiserlichen Porträts von Katharina I., Elisabeth und Katharina II.
- Gemäldesaal: eine Galerie aus dem 18. Jahrhundert mit über 130 Werken europäischer Meister, die buchstäblich vom Sockel bis zur Decke hängen, ohne einen freien Zentimeter. Einer der fotogensten Räume.
- Grüner Speisesaal, Blaues Chinesisches Wohnzimmer Alexanders I., Bedienstetensaal: die letzten Räume vor dem Abstieg über die Stassow-Treppe.
Eine wichtige praktische Anmerkung: Der Innenbesuch ist ziemlich schnell – zwischen 30 und 50 Minuten – und du machst ihn innerhalb einer Gruppe. In der Hochsaison kommen die Besucher in kleinen Gruppen alle paar Minuten herein und bewegen sich im Tempo des Stroms. Es bleibt keine Zeit, sich in jedem Saal zu verlieren, daher solltest du die Priorität klar haben: vor 12:00 Uhr oder nach 16:00 Uhr eintreten, wenn weniger Andrang herrscht.
Das Bernsteinzimmer: der berühmteste Saal der Welt
Das Bernsteinzimmer (Янтарная комната) ist ein ganzer Raum, verkleidet mit geschnitzten baltischen Bernsteinpaneelen, Halbedelstein-Mosaiken und Spiegeln in Blattgoldrahmen. Die Geschichte ist romanhaft: König Friedrich Wilhelm I. von Preußen schenkte die Originalpaneele Peter dem Großen 1716 als Bündnissiegel, und Kaiserin Elisabeth ließ sie hier zusammenbauen, ergänzt um mehr Bernstein und florentinische Mosaike. Insgesamt wogen die Originalpaneele etwa 450 Kilo Bernstein.
Während des Zweiten Weltkriegs demontierten die Nazis den gesamten Saal und brachten die Paneele nach Königsberg (das heutige Kaliningrad). Von dort verschwanden sie am Kriegsende und wurden nie wiedergefunden. Was du heute siehst, ist eine vollständige Replik, die russische Restauratoren in 24 Jahren mit teilweiser deutscher Finanzierung schufen und die 2003 zum 300-jährigen Jubiläum Sankt Petersburgs eingeweiht wurde. Putin und der deutsche Bundeskanzler Schröder durchschnitten gemeinsam das Band. Für die Herstellung wurden 6 Tonnen baltischer Bernstein verwendet.
Einige Regeln im Bernsteinzimmer, die du kennen solltest:
- Fotografieren ist verboten, weder mit Blitz noch ohne, auch keine Videoaufnahmen. Es ist der einzige Saal des Palastes, in dem das Fotografieren komplett untersagt ist, weil der Bernstein sehr lichtempfindlich ist und die Blitzintensität sein Nachdunkeln beschleunigt.
- Auch keine Selfies, selbst mit ausgeschaltetem Blitz. Personal überwacht das.
- Die Gruppen ziehen schnell durch, etwa 2–3 Minuten. Nutze die Zeit, indem du auf die Mosaikdetails schaust, statt nach dem perfekten Foto zu jagen, das du nicht machen darfst.
- Das Bernsteinzimmer ist immer im Rundgang 1 (Tour 1) enthalten, den du standardmäßig kaufst. Du musst kein separates Ticket bezahlen.
Was du 2026 NICHT besichtigen kannst
Mehrere Räume sind 2026 wegen Restaurierung geschlossen, also lohnt es sich, das vor der Reise zu wissen, um keine Enttäuschung zu erleben. Die wichtigsten:
- Lyoner Saal: eines der Schmuckstücke, die Charles Cameron für Katharina die Große entwarf, mit gelber Lyoner Seide und Lapislazuli an Türen und Sockelleisten. Wird wieder geöffnet, sobald die für Juni 2026 geplante Restaurierung des Chinesischen Saals abgeschlossen ist.
- Arabesken-Saal: ein weiteres Cameron-Meisterwerk, mit arabesk bemalten Wänden und einer Decke mit mythologischem Thema. Im selben Paket wie der Lyoner Saal geschlossen.
- Private Gemächer Katharinas II. (Rundgang 4): seit Anfang 2026 wegen derselben Restaurierung geschlossen.
- Cameron-Galerie und Achat-Säle: zwei dem Palast an der Ostseite anliegende Räume, ebenfalls in Bauarbeiten.
- Im Katharinenpark: der Eremitage-Pavillon, die Grotte, der Ruinenturm, das Türkische Bad und die Gotische Kapelle im Alexanderpark bleiben zum Redaktionsschluss dieser Anleitung geschlossen.
Was geöffnet ist: Rundgang 1 mit dem Bernsteinzimmer, Rundgang 3 (Palastkapelle und Gemächer Pauls I.), der Katharinenpark mit seinen Brücken und Freiluftdenkmälern, der Alexanderpalast und der Alexanderpark. Es lohnt sich immer, auf der offiziellen Museumswebsite (tzar.ru/en) nachzuschauen, falls etwas Neues öffnet oder schließt.
Der Katharinenpark: spaziere durch beide Teile
Der Katharinenpark umfasst 107 Hektar und ist klar in zwei Teile mit gegensätzlichen Charakteren geteilt. Hindurchzuspazieren ist die Hälfte des Erlebnisses, besonders im Sommer, also plane mindestens 2 Stunden nach dem Palastbesuch ein.
- Regelmäßiger Garten (Старый сад): an die Palastfassade angrenzend, ist das der geometrische Teil «im französischen Stil», mit beschnittenen Hecken, symmetrischen Beeten, Brunnen und Skulpturen. Peter der Große ließ ihn von holländischen Gärtnern im Stil von Versailles anlegen. Der Blick auf den Palast, der sich auf den Beeten spiegelt, ist die klassische Postkarte.
- Landschaftspark (Английский сад): der Teil «im englischen Stil», wilder, mit Wäldern, Seen, Brücken und etlichen verstreuten Pavillons. Katharina die Große gab ihn in Auftrag, um vor Europa zu prahlen, mit Denkmälern für ihre militärischen Siege (die Tschesme-Säule, der Kagul-Obelisk) und architektonischen Launen wie der Marmorbrücke, der Admiralitätsbrücke oder der Pyramide.
- Großer Teich: ein 16 Hektar großer künstlicher See, der das Herz des Landschaftsparks bildet. In der Mitte liegt eine kleine Insel mit dem Pavillon Saal auf der Insel, den man mit einem kleinen Fährfloß erreicht, das von Bootsleuten des Museums gesteuert wird (Service in der Hochsaison aktiv).
- Gondelfahrten: im Sommer (Mai bis September, je nach Wetter) kannst du eine Gondelfahrt auf dem Großen Teich mieten. Es sind echte venezianische Gondeln, die Venedig Zarskoje Selo zum 300. Jubiläum der Stadt schenkte. Erwachsene: 900 ₽; Kinder unter 14: 400 ₽.
Wichtig für dein Ticket: Wenn du den Eintritt zum Katharinenpalast in der Hochsaison (Ende April bis Ende Oktober) kaufst, ist der Zugang zum Katharinenpark bereits enthalten. Im Winter wird der Park für alle kostenlos (Ende Oktober bis Mitte April). Wenn du nur durch den Park spazieren willst, ohne den Palast zu betreten, musst du in der Hochsaison einen reinen Park-Eintritt zahlen (etwa 400–600 ₽ für Ausländer).
Wie du von Sankt Petersburg zum Katharinenpalast kommst
Es gibt drei realistische Möglichkeiten, nach Puschkin zu kommen: mit dem Vorortzug, mit dem Bus von der Metro oder mit dem Taxi. Jede hat ihre Vor- und Nachteile. Am bequemsten in puncto Sitzplatz und Verlässlichkeit ist der Zug; am günstigsten der Bus von der Metro Awtowo oder Moskowskaja; am schnellsten von Tür zu Tür das Taxi. Anders als bei Peterhof gibt es hier keine Schiffsoption – Puschkin liegt im Binnenland, nicht an der Ostseeküste.
Sankt Petersburg → Puschkin: Route des Vorortzugs in Blau und Busroute von der Metro Moskowskaja in Rot.
Mit dem Vorortzug (Elektritschka)
Das ist die bequemste und planbarste Option. Vorortzüge fahren alle 30–40 Minuten vom Witebsker Bahnhof (Metro Puschkinskaja, Linie 1) zum Bahnhof Zarskoje Selo (vormals Detskoje Selo). Das Ticket kostet etwa 50–60 ₽ und die Fahrt dauert 30–35 Minuten.
- Achtung bei der Haltestelle: Die vorletzte heißt Detskoselskaja und wird von Touristen manchmal verwechselt. Die Haltestelle, die du willst, ist die nächste: Zarskoje Selo (Царское Село).
- Vom Bahnhof aus hast du zwei Möglichkeiten, zum Palast zu kommen: etwa 25–30 Minuten zu Fuß (2 km durch angenehme Straßen) oder Bus/Marschrutka 371 oder 382 bis zur Haltestelle «Музей-заповедник Царское Село», die dich am Haupteingang des Katharinenparks absetzt.
- Kauf das Zugticket an den Schaltern oder Automaten des Witebsker Bahnhofs. Die Automaten akzeptieren MIR-Karte und Bargeld, aber keine ausländischen Visa/Mastercard. Bring Rubel in bar mit oder hol dir vor der Reise eine MIR-Karte für Ausländer.
Mit Metro + Bus
Die von Einheimischen am häufigsten genutzte und günstigste Option. Von der Metro nimmst du direkt einen Stadtbus oder eine Marschrutka (Minibus) nach Puschkin. Die gesamte Fahrt dauert je nach Verkehr zwischen 50 Minuten und 1 Stunde 15. Die 2026 verkehrenden Linien:
- Von der Metro Moskowskaja (blaue Linie, einziger Ausgang): Marschrutkas K-286, K-287, K-342 und K-545 oder Stadtbus 187. Die Haltestelle für den Palast heißt «Музей-заповедник Царское Село» oder «Садовая ул. — Екатерининский дворец».
- Von der Metro Kuptschino (Endstation der blauen Linie) oder Swjosdnaja: Bus 186 oder 342 und Marschrutkas K-286, K-287, K-545а. Diese fahren direkt ins Zentrum von Puschkin, ohne den Bahnhof anzufahren.
- Bezahlung: mit der Verkehrskarte Podoroschnik oder kontaktloser MIR-Karte am Validierer im Bus. Wenn du noch keine Podoroschnik hast, erkläre ich dir, wie du sie bekommst, im Leitfaden für den öffentlichen Nahverkehr in Sankt Petersburg.
Mit dem Taxi
Die bequemste Option, wenn ihr zu dritt oder zu viert seid: Es bringt dich von Tür zu Tür in 40–50 Minuten für zwischen 1.500 und 2.500 ₽, je nach Verkehr und Tageszeit (teurer in den Stoßzeiten und am Wochenende). In Russland funktionieren die Apps Yandex Go und Maxim, aber Achtung: Sie akzeptieren keine ausländischen Karten. Wenn du den Transfer von zu Hause aus vor der Abreise buchen und mit deiner Heimatkarte bezahlen willst, schau auf der Seite Transfers in Russland mit ausländischer Karte.
Meine Empfehlung
Wenn du in der Hochsaison gehst und dein Plan Palast + Park ist, ist es am bequemsten, früh mit dem Zug zu fahren (Abfahrt vom Witebsker Bahnhof zwischen 8:00 und 9:00 Uhr) und am Nachmittag mit dem Bus von Puschkin zurück. Du kommst mit der ersten Gruppe am Palast an, vermeidest die schlimmsten Schlangenmomente und findest alles ruhiger vor. Wenn ihr in einer Gruppe von 3 oder 4 unterwegs seid und Zeit maximieren wollt, lohnt sich ein privates Taxi hin und zurück und erspart euch das Warten auf den Rückzug.
Tickets und Preise 2026
Wie in Peterhof zahlen Ausländer in Zarskoje Selo mehr als Russen für den Eintritt in die Museen. Der Aufschlag liegt bei rund 60–65 % über dem Tarif für Einwohner Russlands und der Eurasischen Wirtschaftsunion. Das ist seit 2016 so und wird sich vorerst nicht ändern. Hier die offiziellen, auf 2026 aktualisierten Tarife für Ausländer (Tarif foreign citizens):
| Attraktion | Preis Ausländer | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Katharinenpalast – Rundgang 1 (Staatssäle + Bernsteinzimmer) | 2.200 ₽ | Inklusive Eintritt zum Katharinenpark in der Hochsaison. Dienstags geschlossen. |
| Rundgang 3 (Palastkapelle + Gemächer Pauls I.) | ab 1.000 ₽ | Nur in der Saison (Mai–Oktober). Separates Ticket. |
| Katharinenpark (ohne Palast) | ~400–600 ₽ | Nur in der Hochsaison (Ende Apr.–Okt.). Im Winter kostenlos. |
| Alexanderpark | Kostenlos | Ganzjährig freier Zugang. |
| Kinder unter 7 Jahren | Kostenlos | Sie benötigen ein Nullticket (online oder an der Kasse). |
| Kinder 7–13 Jahre (Ausländer) | 700 ₽ | Altersnachweis erforderlich. |
| Jugendliche 14–17 (Ausländer) | 2.200 ₽ | Erwachsenentarif, außer am 3. Sonntag des Monats, da kostenlos. |
| Audioguide auf Deutsch | 350 ₽ + 1.000 ₽ Pfand | Nur in einigen Ausstellungen verfügbar. Pfand erstattungsfähig. |
Kann man Tickets online aus dem Ausland kaufen?
Hier liegt die Falle. Die offizielle Museumswebsite (tkt.tzar.ru) erlaubt theoretisch den Online-Kauf bis 7 Tage im Voraus, aber seit 2022 lehnen russische Zahlungsdienstleister Visa-, Mastercard- und American-Express-Karten ab, die außerhalb Russlands ausgegeben wurden. Wenn du es aus Berlin, Wien oder Zürich mit deiner gewohnten Karte versuchst, geht die Zahlung nicht durch. Es funktionieren nur russische MIR-Karten und russische Zahlungssysteme.
Außerdem sind alle Tickets personalisiert: Du musst Name und Reisepassnummer beim Kauf eintragen, und am Tag des Besuchs den Originalreisepass vorzeigen. Wenn die Daten nicht übereinstimmen, wird der Voucher ohne Erstattung annulliert. Das gilt sowohl für Online- als auch für Schalter-Tickets.
Welche Alternativen hast du, um den Tag nicht in der Schlange zu verlieren?
- Sehr früh ankommen. Vor 11:00 Uhr sind die Schlangen meist überschaubar (15–30 Minuten). Ab 12:00 Uhr explodieren sie, vor allem zwischen Juni und August. Die Hauptkasse befindet sich neben dem Lyzeumsbogen (Haupteingang des Parks).
- Eine russische MIR-Karte besorgen, die auf der offiziellen Museumsseite funktioniert. Wie das geht, erkläre ich im Leitfaden zur MIR-Karte für Ausländer.
- Eine Führung buchen, die Tickets und Transfer von Sankt Petersburg bereits enthält. Das ist die bequemste Option und die, die ich den meisten Reisenden empfehle. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Eine wichtige Anmerkung zu den Kassen: Wenn du dich entscheidest, am Besuchstag an der Kasse zu kaufen, mach dich bereit, in der Hochsaison zweimal anzustehen – zuerst, um in den Park zu gelangen, und dann im Palast, um das Innenticket zu lösen. Die Schlange im Palast kann im Juli und August zermürbend sein: Manche Berichte sprechen von bis zu 45 Minuten allein bis zum Schalter. Deshalb sind bereits bezahlte Zeitfenster-Tickets so wertvoll.
Wie du den Besuch organisierst und Schlangen vermeidest
Der Katharinenpalast hat eine optimierbare Organisation und viel Nachfrage, die sich auf wenige Stunden konzentriert. Wenn du den Tag gut planst, vermeidest du den schlimmsten Andrang:
- Geh unter der Woche. Samstags und sonntags ist es voll mit lokalen Touristen, vor allem bei gutem Wetter. Mittwoch und Donnerstag sind die ruhigsten Tage.
- Vermeide montags allgemein und dienstags immer. Dienstags ist der Palast geschlossen. Die letzten Montage des Monats (November bis April) sind ebenfalls Hygienetage.
- Komm vor 11:00 Uhr an. Wenn du den Zug um 8:30–9:00 Uhr ab Witebsker Bahnhof nimmst, kommst du gegen 10:00 Uhr in Puschkin und gegen 10:30 Uhr am Palast an. Die erste Stunde ist die ruhigste für den Innenbesuch.
- Oder mach es umgekehrt: Spaziere am frühen Morgen durch den Park und betritt den Palast am Nachmittag. Nach 15:30–16:00 Uhr sind die organisierten Reisegruppen weg und das Tempo drinnen ist viel entspannter, auch wenn der Kassenschluss um 16:45 Uhr die letzte Gelegenheit markiert.
- Plane den ganzen Tag: Zug Sankt Petersburg → Puschkin (~1 Std. Tür zu Tür), Park und Palast (~3–4 Std.), Mittagessen (~1 Std.), Lyzeum oder Spaziergang durch das Zentrum von Puschkin (~1 Std. optional), Rückfahrt (~1 Std.). Wenn du noch Energie hast, ist auch Zeit, den Alexanderpalast 10 Minuten zu Fuß weiter nördlich zu besichtigen.
- Hab immer deinen Reisepass dabei. Sie verlangen ihn, um ihn mit dem Voucher abzugleichen, falls du online gekauft hast, und um das Alter der Minderjährigen zu bestätigen, die kostenlos eintreten.
Führung auf Deutsch: die praktischste Lösung für Ausländer
Das Personal des Katharinenpalastes spricht kaum Englisch, die Informationsschilder sind fast alle auf Russisch und der Ticketkauf mit ausländischer Karte funktioniert nicht. Wenn du nur ein paar Tage in Sankt Petersburg bist und den Besuch maximal nutzen willst, löst eine Führung auf Deutsch all diese Probleme auf einen Schlag: Sie holen dich im Zentrum ab, haben die Tickets bereits bezahlt, erklären dir den Palast in deiner Sprache und bringen dich zurück.
Die russische Plattform Sputnik8 hat den besten Katalog für Puschkin: Sie bietet Halbtages- und Ganztagesausflüge mit deutschsprachiger oder muttersprachlicher Führung, Transport vom Zentrum Sankt Petersburgs und inklusive Palasttickets. Sie akzeptiert keine ausländischen Visa- und Mastercard-Karten, aber viele Touren erlauben die Buchung im Voraus und Bezahlung am Besuchstag.
Schau dir den aktuellen Katalog auf Sputnik8 an, um Preise und Zeiten der Ausflüge nach Puschkin (Zarskoje Selo) zu vergleichen.
Das Museum bietet auch offizielle Führungen auf Russisch (Preis je nach Route und Gruppe). Nützlich, wenn du Russisch verstehst oder mit jemandem reist, der übersetzen kann; sonst empfehle ich sie nicht. Den offiziellen Audioguide auf Deutsch gibt es (350 ₽ plus 1.000 ₽ Pfand in bar), aber er deckt nur einige Ausstellungen ab, nicht den gesamten Palastrundgang.
Wo du in der Nähe des Katharinenpalastes essen kannst
Du wirst mehrere Stunden in Puschkin verbringen und Hunger bekommen. Es gibt Optionen innerhalb des Museumsgeländes und andere im Stadtzentrum von Puschkin, wenige Minuten zu Fuß vom Palast entfernt. Die besten, geordnet von der praktischsten zur besondersten:
- Café Bosket (Sommer, im Katharinenpark, neben dem Palast): Café mit Außenterrasse, umgeben von einer Hecke. Getränke, russisches Gebäck, Salate und leichte Gerichte. Perfekt für eine schnelle Pause, ohne das Gelände zu verlassen. Touristenpreise, aber vernünftig.
- Café in der Palastlobby: klein, mit Heißgetränken und leichter Kost. Nützlich, wenn du dich nach dem Innenbesuch fünf Minuten setzen willst.
- Restaurant Admiralität (Адмиралтейство): das charmante Restaurant im Park, im Admiralitätskomplex am Ufer des Großen Teichs. Europäische und russische Küche, 72 Plätze, Außenterrasse im Sommer. Karte um die 1.500–2.500 ₽ pro Person.
- Eremitage-Küche (Эрмитажная кухня): im historischen Gebäude gleichen Namens, am Parkeingang an der Sadowaja-Straße. Traditionelle russische Küche, zwei Säle und etwas höhere Preise als im Admiralität.
- Le Burger: ein überraschendes Lokal mitten im Park, untergebracht in einem ehemaligen Matrosenhäuschen aus dem 18. Jahrhundert am Großen Teich. Anständige Burger und moderate Preise. Ideal mit Kindern.
- Sängerturm (Певческая башня): Panoramarestaurant auf einem ehemaligen Wasserturm, der umfunktioniert wurde, mit Blick auf den Palast. Hochwertige italienische und russische Küche, Kinderzimmer und Dachterrasse. 5–10 Minuten zu Fuß vom Palast entfernt. Karte um die 2.000–3.500 ₽ pro Person.
- Bushe (Буше): die Lieblingsbäckerei der Puschkiner für Frühstück und Nachmittagskaffee, in der Moskowskaja-Straße 25. Brot, Croissants, Kuchen. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. An Wochenenden meist Schlange.
Wenn du sparen willst, den ganzen Tag bleiben und entspannt essen möchtest, ist es sehr praktisch, ein leichtes Picknick aus Sankt Petersburg mitzubringen (kauf in einem Pjatjorotschka– oder Magnit-Supermarkt vor dem Zug ein) und auf einer der Bänke im Landschaftspark am Teich zu essen. Im Sommer ist das ein sehr angenehmes Erlebnis.
Praktische Tipps für deinen Besuch
- Bequeme Schuhe. Allein im Palast läufst du über einen Kilometer durch die Säle. Wenn du den Park hinzufügst, kommen leicht weitere 5–7 km hinzu.
- Komm 15 Minuten vor deinem Zeitfenster beim Online-Ticket an. Sie akzeptieren maximal 15 Minuten Verspätung, danach lassen sie dich nicht mehr rein.
- Originalreisepass Pflicht. Ohne ihn lösen sie den Voucher nicht ein und akzeptieren keine Fotokopie oder Handyfoto – es muss das physische Dokument sein.
- Rucksäcke und Mäntel zur Garderobe. Vor dem Rundgang Pflicht und kostenlos.
- Foto und Video in allen Sälen erlaubt, außer im Bernsteinzimmer. Ohne Blitz und ohne Selfie-Stick.
- Bargeld in Rubel. Auch wenn einige Kassen MIR-/UnionPay-Karten akzeptieren, funktionieren die Terminals nicht immer. Bring 5.000–7.000 ₽ pro Person in bar für den Tag mit (Eintritt + Essen + Audioguide + Souvenirs).
- Datenverbindung: Um Google Maps, Yandex Maps oder einen Offline-Übersetzer den Tag über zu nutzen, bring eine eSIM mit Daten in Russland mit, die du vor der Abreise von zu Hause aktivierst. Sie ist günstig, wird per QR aktiviert und löst das Konnektivitätsproblem, ohne dass du eine russische SIM kaufen musst.
- Barrierefreiheit: Es gibt Rollstuhlverleih an der Garderobe.
- Wenn du in Sankt Petersburg übernachtest, lohnt es sich, dein Hotel in einer zentralen Lage zu buchen, damit du eine gute Anbindung an den Witebsker Bahnhof oder die Metro hast. Hier mein Leitfaden zu Vierteln und Hotels in Sankt Petersburg und die Seite zur Hotelbuchung in Russland mit ausländischer Karte.
Häufig gestellte Fragen zum Katharinenpalast
Wie viel Zeit brauche ich für den Besuch des Katharinenpalastes?
Der Innenbesuch dauert zwischen 30 und 50 Minuten, weil du in einer Gruppe eintrittst und einer festen Route folgst. Hinzu kommen 1–2 Stunden für den Spaziergang durch den Katharinenpark und die Eingangsschlange, die in der Hochsaison lang sein kann. Für Hin- und Rückfahrt nach Sankt Petersburg mit dem Zug rechne weitere 2 Stunden. Insgesamt plane mindestens einen halben Tag ein, wenn du es ohne Stress machen willst; einen ganzen Tag, wenn du den Alexanderpalast, das Lyzeum oder einen Spaziergang durch das Zentrum von Puschkin hinzufügst.
Was ist die beste Zeit für einen Besuch des Katharinenpalastes?
Von Ende Mai bis Anfang September, wenn die Parks in voller Pracht stehen und das Klima bequemes Spazierengehen im Freien erlaubt. Juni fällt mit den Weißen Nächten und viel russischem Inlandstourismus zusammen. Mai und September haben weniger Andrang und milde Temperaturen. Im Winter bleibt der Palast geöffnet, der Park ist verschneit und wunderschön, und der Parkeintritt ist kostenlos; aber die Gondeln und viele Pavillons sind geschlossen.
Kann ich Tickets aus Deutschland oder einem anderen europäischen Land online kaufen?
Auf der offiziellen Museumswebsite nicht, weil seit 2022 russische Zahlungsdienstleister Visa- und Mastercard-Karten ablehnen, die in Europa oder den USA ausgegeben wurden. Auch ausländisches PayPal wird nicht akzeptiert. Die einzigen realistischen Optionen für einen europäischen Reisenden sind: am Besuchstag an der Kasse mit Bargeld kaufen, eine russische MIR-Karte besorgen, um die offizielle Website zu nutzen, oder eine Führung buchen, die bezahlte Tickets bereits enthält.
Wie viel kostet der Eintritt für Ausländer 2026?
2026 kostet der Eintritt zum Katharinenpalast (Rundgang 1, der das Bernsteinzimmer enthält) 2.200 ₽ für ausländische Erwachsene. Kinder unter 7 Jahren haben mit einem Nullticket freien Eintritt, und 7- bis 13-Jährige zahlen 700 ₽. Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren zahlen den Erwachsenentarif. Ausländer zahlen ungefähr 60–65 % mehr als Einwohner Russlands und der Eurasischen Wirtschaftsunion.
Ist Zarskoje Selo dasselbe wie Puschkin?
Ja, es ist derselbe Ort. Bis 1918 hieß die Stadt Zarskoje Selo (Царское Село, «das Zarendorf»). Nach der Revolution wurde sie in Detskoje Selo («das Kinderdorf») umbenannt und 1937, zum 100. Todestag des Dichters, in Puschkin zu seinen Ehren. Der historische Name Zarskoje Selo wird weiterhin für das Museumsreservat des Palastes verwendet. Deshalb wirst du beide Formen auf Karten, Tickets und in Reiseführern sehen.
Darf man im Palast fotografieren?
Ja, in allen Sälen außer im Bernsteinzimmer, wo Foto und Video aufgrund der Empfindlichkeit des Bernsteins gegen Blitze komplett verboten sind. Im Rest des Palastes kannst du mit dem Handy fotografieren und filmen, solange du keinen Blitz und keinen Selfie-Stick oder Stativ benutzt. Selfie-Sticks sind aus Sicherheits- und Verkehrsgründen in keinem Saal erlaubt.
Lohnt es sich, Katharina und Peterhof in derselben Reise zu verbinden?
Ja, das sind die beiden unverzichtbaren Ausflüge von Sankt Petersburg und sie sind sehr unterschiedlich, sodass sie sich nicht überschneiden: Peterhof ist Wasser, Fontänen und der Finnische Meerbusen; Katharina ist überladene Innenräume, Gold und das mythische Bernsteinzimmer. Ideal ist es, jedem einen ganzen Tag zu widmen und mindestens einen Ruhetag dazwischen einzulegen, weil beide Besuche lang sind und viel Laufen erfordern. Wenn deine Zeit knapp ist, priorisiere Peterhof im Sommer (wegen der Fontänen) und Katharina zu jeder Jahreszeit.
Und wenn du nach Sankt Petersburg zurückkehrst…
Wenn du den Tag Katharina gewidmet hast, wirst du Lust haben, weitere kaiserliche Paläste zu sehen. Der Schwesterausflug ist Peterhof, das «russische Versailles», mit seinen monumentalen Fontänen und der Tragflügelboot-Fahrt über den Finnischen Meerbusen: ein Muss. Innerhalb der Stadt ist der andere Palast, den du nicht auslassen solltest, die Eremitage. Und wenn du die Reise im Detail planen willst, hast du in Was man in Sankt Petersburg in 1–4 Tagen sehen kann die komplette Reiseroute mit allen Besichtigungen, eingebettet in realistische Zeitpläne.






